Auch ich möchte mich nun vorstellen :)


#1

Hallo,

nun bin ich schon seit einger Zeit in der Community, habe in letzter Zeit aber nichts mehr verfolgt und mich bis jetzt noch nicht bei euch vorgestellt. Das möchte ich nun nachholen…

Mein Name ist Julia, ich bin 25 Jahre alt und studiere Psychologie.
Dass ich an Vaginismus leide, weiss ich nun seit ca. 2.5 Jahren. Wobei mir eigentlich schon viel länger irgendwie klar war, dass bei mir etwas nicht ganz normal ist. Das merkte ich z.B. als es mir mit ca 12 Jahren nicht möglich war einen Tampon einzuführen. Es war mir zwar unangenehm, aber ich machte mir damals nicht weiter Gedanken dazu, versuchte es in den folgenden Jahren immer wieder aber ohne Erfolg. Zwischen 16 und 21 Jahren hatte ich immer mal wieder eine kürzere Beziehung (oder auch nur einige Dates/ Entäuschungen) bei denen es jedoch nie zu Geschlechtsverkehr (oder dem Versuch dazu) kam.

Mit meinem Freund bin ich nun seit gut 3.5 Jahren zusammen und wir versuchten zu Beginn der Beziehung auch miteinader zu schlafen. Es war für mich eine extrem schmerzhafte Erfahrung, so dass wir (kaum hatten wir begonnen) abbrechen mussten. Wir versuchten es danach noch mehrmals, jedoch ging es noch schlechter als zu Beginn, da bei mir die Erinnerung an den Schmerz zu tief sass.

Nach einiger Zeit (und der Suche durch das Internet) entschloss ich mich zum Frauenarzt zu gehen. Im Gegensatz zu vielen anderen war meine Frauenärztin sehr verständnisvoll und merkte, dass mein Jungfernhäutchen nur teilweise eingerissen war und allgemein sehr stabil und dick war. Sie erklärte mir, dass mein Hymen wahrscheinlich (auch bei weiteren Versuchen) nicht genügend einreissen könne und empfahl mir eine OP (mehrere kleine Einschnitte, die danach das Eindringen ermöglichen sollten).
Ich entschied mich für die OP, da ich darin die Lösung meines Problems sah und hielt mich auch schön an die Anweisungen meiner Frauenärztin (nach der OP mehrere Wochen keine Penetrationsversuche, bis alles gut abgeheilt war). Doch leider wurde es auch nach der OP nicht besser und nach einiger Zeit machte ich erneut einen Termin bei meiner Frauenärztin. Sie erklärte mir, dass ich wahrscheinlich von meinen Erfahrungen traumatisiert sei und empfahl mir zu einer Sexualtherapeutin zu gehen.

Kurz darauf machte ich also bei der empfohlenen Sexualtherapeutin einen Termin und wurde mit dem Begriff Vaginismus konfrontiert. Bald kaufte ich mir ein Dilatoren Set (das von Vagiwell, bestehend aus 5 Dilatoren). Nach einiger Zeit gelang es mir den ersten Dilator einzuführen, schlussendlich schaffte ich es bis zum 4. diesen empfand ich aber immer als sehr unangenehm und konnte ihn auch nur einmal vollständig einführen.
Leider verlässt mich immer wieder die Motivation und es fällt mir schwer an den Übungen wirklich dran zu bleiben. Zur Stärkung des Beckenboden probierte ich auch verschiedene Übungen aus und besuchte an der Uni mehrmals einen Antara Kurs.

Meine letzte Therapiesitzung ist nun schon fast 1 Jahr her, zwar war ich nach den Sitzungen immer sehr motiviert, die Motivation liess aber immer schnell nach und irgendwie konnte ich mich auch nicht wirklich mit der Methode der Therapeutin anfreunden. Vermutlich weil ich selber Psychologie studiere und ihre Ansätze zum Teil als veraltet bzw. nicht wirklich psychologisch betrachtet habe (die Therapeutin ist keine Psychologin und hat “nur” verschiedene Therapieausbildungen gemacht, das klingt jetzt vielleicht überheblich, ist aber wirklich nicht so gemeint. Se macht ihre Arbeit wirklich gut, für mich war es wahrscheinlich einfach zu wenig wissenschaftlich fundiert).

Jedenfalls möchte ich eigentlich wieder einen neuen Versuch starten, habe aber das Gefühl mein Ziel nie wirklich erreichen zu können. Mein Freund drängt mich zwar nicht, trotzdem weiss ich, dass es für ihn ein Problem ist. Für mich ist es jedoch auch schwierig, da ich mich von ihm nicht wirklich unterstützt fühle. Er weiss zwar von meinem Problem und drängt mich (wie gesagt) nicht, aber eigentlich würde ich mir aktivere Unterstützung wünschen oder wenigstens, dass er sich für mein Problem interessiert/ nachfragt etc.

So nun habe ich sehr viel geschrieben und könnte noch viel mehr schreiben, aber fürs Erste sollte das genügen.

Wie sieht es bei euch aus? Werden die mit Freund von ihrem Partner unterstützt? Wie werdet ihr unterstützt? Und wie motiviert ihr euch dazu immer wieder weiterzumachen?

Danke fürs Lesen, ich freue mich auf eure Antworten.
Julia


Meine Erfahrungen in der Physiotherapie
#2

Hallo Julia,
du hast da ja ganz schön viel durch gemacht. Ich habe mich auch vor einiger Zeit hier angemeldet und einen Thread eröffnet.
Link dazu hier:


Leider ist das Forum nicht so aktiv wie ich mir erhofft hatte und stehe mit dem Problem, dass wir leider alle haben - neben meinem Freund - alleine da. Mir fehlt dringend jemand, mit dem ich mich austauschen kann und offen und ehrlich über das Thema, Erfolge und Rückschläge reden und mich anvertrauen kann.

Mir geht es mittlerweile exakt genauso. Ich will, dass es besser wird, aber ich habe keine Hoffnung.
Kurzfristig hatte ich ein Erfolgserlebnis. Meine Lust kam zu dem Zeitpunkt immer mehr zurück, ich kam bis zum 4. Dilator. Dann aber war alles wieder weg, als ich 3 Wochen bei meinem Freund war und er keine Initiative zu irgendwas ergriffen hat, weil er fälschlicherweise dachte er setzt mich damit unter Druck.
Also alles wieder von vorne. Ich hatte eine längere Pause, da ich mich dazu auch nicht zwingen will, sonst bringt es genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen will.
Zwischenzeitlich lag ich im Krankenhaus und musste mich noch mit meiner Zahnarztphobie zum Zahnarzt schleppen.

Beim nächsten Versuch war es wieder total unangenehm und es kam einfach alles hoch. Ich habe immer öfter den Gedanken einfach akzeptieren zu müssen, dass ich keinen Sex mehr haben kann. Ich kann mir momentan auch überhaupt nicht vorstellen, dass ich das Gefühl von Sex jemals wieder toll finden kann. Ich kann es mir echt nicht vorstellen wie das damals war bei mir. Ich vermisse es nicht und es ist ohne Sex grade alles leichter für mich. Ich sehe ihn immer mehr als Belastung oder unnötiges Übel… und das erschreckt mich extrem an mir selbst! War ich doch mal eine Person, die sich eine Beziehung ohne (fast) täglichen Sex nicht vorstellen konnte.
Ich glaube langsam echt, dass ich es ohne therapeutische Hilfe nicht schaffen werde.

Hast du oder jemand, der das hier liest, vielleicht einen Tipp, wohin ich mich werden kann?
Muss man einen Sexualtherapeuten selbst bezahlen und wenn ja, gibt es eine Möglichkeit für Arbeitslose wie man trotzdem zu einer Lösung kommen kann?

Es muss endlich besser werden. Für meine psychische Gesundheit und für meine Beziehung.

LG


#3

Zu dem Sexualtherapeuten: Meine Frauenärztin sagte mir, dass sie für diesen ein Rezept ausstellen könnte, so dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Ist halt nur unter Umständen mit langer Wartezeit verbunden.
Die mangelnde Aktivität hier im Forum hat mir auch zu Beginn echt zu schaffen gemacht. Hab regelmäßig ins Forum geguckt und nur alle paar Tage oder Wochen waren mal wenige Beiträge. Mittlerweile gehöre ich selbst zu den Leuten, die sich wenig beteiligen. Ist wirklich schade, dass dieses Forum so schlecht gepflegt wird.
Viel Erfolg weiterhin
Gruß CoLa


#4

Bei ProFamilia gibt es auch Sexualtherapeuten. Die Kosten dafür unterscheiden sich von Standort zu Standort. Es wird aber versucht, sie niedrig zu halten.


#5

Hallo Rosenrot

Vielen Dank für deine Antwort, wie du selber geschrieben hast, ist im Forum leider nicht viel los. Deshalb habe ich auch nicht mehr so oft vorbeigeschaut und deine Antwort verpasst.

Zu deiner Frage, ich habe die Sexualtherapeutin selber bezahlt, da sie keine ausgebildete Psychologin ist, war eine Abrechnung über die Krankenkasse nicht möglich. So weit ich weiss, gibt es aber Psychotherapien die übernommen werden.

Was dir evtl. auch weiterhelfen könnte wäre der Besuch einer Physiotherapie. Ich bin im Internet darauf gestossen und habe mich nun dafür angemeldet. Mir wurde bei der Anmeldung gesagt, dass die Krankenkasse (sofern ich eine Verordnung der Frauenärztin habe) die kosten dafür übernimmt. Nun habe ich eine Verordnung erhalten und muss mich einfach noch ein wenig gedulden. Die Physiotherapeutin ist sehr ausgelastet, darum kann ich leider erst im Oktober mit der Therapie beginnen. Erhoffe mir dadurch aber neue Motivation und Fortschritte :slight_smile:

Ich hofffe meine Antwort hilft dir ein wenig weiter. Natürlich bin ich gerne auch in Zukunft bereit mich mit dir (und natürlich auch gerne vielen anderen) auszutauschen.

LG


#6

Danke für deine Antwort, Julia1.

Ich finde es schrecklich, dass man bei Problemen, für die man nichts kann, finanziell alleine da steht :frowning:

Was macht man bei einer Physiotherapie und was soll sie im Zusammenhang mit Vaginismus bringen? :slight_smile:

Mein Freund und ich haben jetzt einfach beschlossen es neben den Dilatoren auch so auszuprobieren. Auch wenn es erst mal nur Misserfolge werden, muss ich mich auch erst mal wieder an “ihn” gewöhnen.
Die Angst, wieder einen Pilz durch die Wunden zu bekommen, sitzt jedoch am tiefsten :’(


#7

Hallo Rosenrot

Also was ich in der Physiotherapie genau machen werde, kann ich dir erst im Oktober mitteilen. Was ich aber bereits weiss ist, dass die Physiotherapie in einem Beckenbodenzentrum stattfinden wird und die Physiotherapeuten unter anderem Erfahrungen mit Vaginismus haben. Ich habe mich also gezielt dafür angemeldet.

So wie ich es verstanden habe, wird die Physiotherapeutin mich dabei unterstützen, den Beckenboden wahrnehmen zu können und dadurch dann (irgendwann) auch gezielt die Verkrampfung lösen zu können. Also eigentlich ähnlich wie im Buch von Claudia Amherd, aber ich werde dabei direkt unterstützt und sollte dadurch den Zugang zu meinem Beckenboden einfacher finden.

Aber falls es dich interessiert, suchst du am besten mal bei Google, vielleicht gibt es ja ähnliche Angebote bei dir in der Umgebung.

LG Julia


#8

So nun war ich diese Woche endlich in der Physiotherapie :slight_smile:
Leider kann ich bis jetzt noch nicht sehr viel sagen, beim ersten Termin ging es in erster Linie darum meine Vorgeschichte zu besprechen, sowie meine Ziele und Wünsche festzuhalten. Zudem zeigte mir die Physiotherapeutin ein Modell des Beckenbodens und erklärte mir die verschiedenen Teile und Funktionen.

Es gab aber auch einen Ausblick auf die Therapie, es gibt z.B. auch die Möglichkeit Biofeedback einzusetzen (dabei wird (wenn möglich) eine Vaginalelektrode (ansonsten eine Rektalelektrode) eingeführt und die Anspannung bzw. Entspannung beobachtbar gemacht. Das soll bei der Wahrnehmung des Beckenbodens helfen).

Ich habe auch bereits kleine Übungen als Hausaufgaben bekommen. Nächste Woche kann ich leider nicht in die Physiotherapie, anschliessend habe ich aber bereits wöchentliche Termine abgemacht.
Ich informiere euch natürlich gerne über den weiteren Verlauf und freue mich auch, wenn daraus Gespräche oder Diskussionen entstehen würden :smiley:

LG Julia


#9

Liebe Rosenrot!
Ich finde Julia hat Physiotherapie schon mal ganz anschaulich erklärt. Da ich selbst Physio bin mit Schwerpunkt Becken-Physiotherapie, und Frauen (und gelegentlich auch Männer) mit Schmerzen im Beckenboden behandle, werde ich versuchen noch ein paar Punkte zu ergänzen.
Zuallererst ist es wichtig, dass Du nicht zu irgendeiner Physio gehst, sondern es muss jemand sein, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat, d.h. eigene Weiterbildungen besucht hat und die aktuelle Literatur/Stand des Wissens über diese Thematik kennt). Auch in der Physiotherapie gibt es mittlerweile ganz unterschiedliche Fachgebiete, und die Behandlung von Schmerzen/Vulvodynien/Vaginismus wird nicht in der Grundausbildung gelehrt, weil sehr spezifisch. Wie Julia schreibt, sind Zentren für Beckenboden und/oder Kontinenz eine gute Anlaufstelle, die Dir ggf. auch andere Adressen nennen können.
Physiotherapie schaut dann ganz unterschiedlich aus, weil jeder Mensch/jede Frau anders ist und individuell zu behandeln ist. Zu Beginn steht immer ein genauer Befund, d.h. ein ausführliches Gespräch. Es gilt dann den Beckenboden und die umgebenden Strukturen zu untersuchen. Kein Muskel steht für sich alleine im Körper, und es gibt ganz enge Verbindungen mit bspw. der Hüftmuskulatur, den Rumpfmuskeln und der Atmung, weiters bis zum Kehlkopf usw. Es gilt herauszufinden, was da im ganzen Gefüge los ist, warum der Beckenboden möglicherweise mit Spannung und Schmerz reagiert. Und je nach Ergebnis der physiotherapeutischen körperlichen Untersuchung, schaut dann die Behandlung ganz unterschiedlich aus. Es gilt den Beckenboden entspannen zu lernen, verspannte (andere) Muskeln zu dehnen, manchmal finden sich im Bereich des Beckenbodens auch “Verspannungspunkte” (Triggerpunkte), die sich gut behandeln lassen (dies lässt sich durch ein vorsichtiges Abtasten des Beckenbodens entweder von außen, oder wenn es möglich ist auch von innen, feststellen), und die Atmung nimmt meist einen wichtigen Stellenwert ein, weil über die tiefe Bauchatmung auch der Beckenboden wieder entspannt und in Schwingung versetzt werden kann. usw usw. Aber wie gesagt das ist sehr individuell. Ganz vereinfacht gesagt gilt aber auch für den Beckenboden das, was für andere verspannte Muskeln gilt: Wärme, Ausstreichen, bewusstes Lockerlassen können helfen, wieder Entspannung zu ermöglichen. Muskuläres Ungleichgewicht soll ausgeglichen werden, und unterstützendes Biofeedback kann hier gute Dienste leisten, weil frau damit gut ausprobieren kann, WELCHE der Übungsstrategien unmittelbar zu Entspannung führt.
Hoffe Dir ein bisschen ein Bild vermitteln haben zu können. Wünsche Dir alles Gute! Susanne


#10

Liebe Julia

Danke für deine Vorstellung und dass du deine Erfahrungen hier teilst.
Ich habe dies auch erst jetzt gesehen, da eben das Forum leider nicht so aktiv mehr war und ich somit auch länger nicht mehr vorbei geschaut habe. Ich würde mich aber sehr über einen Austausch freuen.

Denn ich habe mich in deinem Text bei ganz vielen Punkten wieder erkannt. Meine anatomische Ausgangslage sozusagen war ähnlich wie bei dir, danach hatte ich eine OP, welche das ganze auch nur noch fast verschlimmert hat. Das ist bereits Jahre her und seit her gehe ich mehr oder weniger regelmässig zu einer Therapeutin. Danach fühle ich mich auch immer top motiviert. Doch leider habe ich schnell wieder keine Motivation oder es geht fast ein bisschen vergessen im Alttag etc. Aber eigentlich verzweifle ich, wenn ich daran denke, wie lange dies nun schon geht und wie lange dies mein Freund schon “aushalten” muss.
Aber ich hoffe doch, dass ich mit dem heutigen Besuch in diesem Forum und mit der nächsten Therapiestunde die heute noch ansteht wieder neue Motivation schöpfen kann!

Bis hoffentlich bald,
liebe Grüsse
Sarah


#11

Liebe Sarah

Schön von dir zu hören, ich war gerade selber wieder längere Zeit nicht online, mein Timing war aber anscheinend gerade gut, so dass du nicht lange auf meine Antwort warten musst.
Ich tausche mich natürlich sehr gerne mit dir aus :smiley: Ich finde den Gedanken sehr schön mich mit jemandem auszutauschen, dessen Vergangenheit gewisse Gemeinsamkeiten hat. Vielleicht hast du schon gesehen, dass ich auch ein anderes Thema im Forum erstellt habe, du kannst da ja vielleicht auchmal vorbeischauen, falls es sich interessiert.
Wie ist es dir in der Therapie ergangen? Was ist das für eine Therapie, die du machst (Psychotherapie)? Gerne kannst du mir natürlich auch sonst noch mehr über dich erzählen :smiley:

Ich freue mich sehr darauf wieder von dir zu hören.
Alles Liebe
Julia


#12

Hallo Julia

Danke für deine Antwort :blush:

Dein anderer Eintrag habe ich gesehen, dies ist sehr interessant! Vielen Dank, dass du uns teilhaben lässt und uns immer so genau über deine Therapiestunden berichtest!

Ich gehe zu einer Sexualpädagogin in die Therapie. Es tut immer wieder gut, mit ihr zu reden Aber es ist auch nicht immer einfach und auch schwierig einige Gefühle, Empfindungen und wie der Körper in gewissen Situationen reagiert zu beschreiben. Ich habe sicher schon einen kleine Fortschritt damit gemacht und viel dazu gelernt. Aber nach vielen Jahren ist es für mich natürlich noch nicht genug… Aber ich habe in den letzten Tagen irgendwie neue Motivation bekommen und möchte mind. 3x in der Woche zu Hause üben (mit Fingern und/oder Dilatoren) und mich jedes Mal da unten nach dem Duschen eincremen (das pflegt und fettet die Haut, welche ja eigentlich wie jede andere Haut gepflegt werden sollte und gwöhnt zusätlich daran “dass da etwas rein kommt”.).
Ich hoffe es klappt, was ich mir vorgenommen habe. Man muss sich einfach immer wieder kurz Zeit nehmen dafür. Im Alltag ist dies meistens gar nicht so einfach finde ich.

Liebe Grüsse und einen guten positive Start in die Woche :wink:
Sarah


#13

Hallo @Julia1 :blush:

Wie geht es dir denn heute? Meine Geschichte ist auch ganz ähnlich wie deine und wir sind auch +/- im selben Alter. :slightly_smiling_face:
Ich stehe momentan kurz vor der OP, die du damals vermutlich gemacht hast. Meine Frauenärztin hat sie mir als “die Lösung” empfohlen und in meiner Verzweiflung würde ich fast alles tun.

Ich habe mir aber vorgenommen, bevor ich die OP als letzten Schritt gehe, noch einen anderen Weg zu gehen und die klassischen Dinge, die hier im Forum und Internet empfohlen werden, auszuprobieren.

Hoffe ich bin mittlerweile kein hoffnungsloser Fall, bekomme schon Herzklopfen beim allmonatlichen Versuch einen Tampon zu benutzen… :joy: :sob:

Es tut gut, sich endlich über das Problem austauschen zu können, vielleicht findet sich hier im Forum ja auch ein kleines Grüppchen in unserem Alter, in dem man sich gegenseitig motivieren etc. kann. :two_women_holding_hands:

Liebe Grüße
Glücksmomente

Ps: Man kann auch auswählen, ob und wie man ein Thema verfolgen mag. :slightly_smiling_face:


#14

Liebe Glücksmomente

Wir haben uns anscheinend beide im Beitrag der anderen wiedererkannt :smiley: Habe dir bevor ich deine Antowort hier gesehen habe bei deinem Thema geschrieben.

Mir geht es zur Zeit gut, ich habe seit diesem Beitrag einige Fortschritte gemacht, fühle mich aber trotzdem noch lange nicht am Ziel. Ich war in der Physiotherapie und kann bis heute alle Dilatoren und auch Tampons (mit Einführhilfe) einführen. Zur Zeit bin ich weiterhin am üben mit den Dialtoren, noch nicht so lange aber auch mit Vibratoren und ich beziehe manchmal (wahrscheinlich noch zu selten) auch meinen Freund in die Übungen ein. Üben mit meinem Freund klappte bis jetzt meistens ganz ok (er konnte Dilatoren oder einen Finger einführen) aber es gab auch schon Tage an dene es gar nicht klappte.

Zur OP habe ich dir einiges bei deinem Thema geschrieben, finde aber deine Entscheidung zuerst die klassischen Dinge auszuprobieren eine gute Idee, du verlierst ja nichts dabei (ausser Zeit, aber stressen lassen dürfen wir uns ja nicht, also macht auch das nichts :wink: )

Deine Probleme mit dem Tampon kenne ich gut. Ich kann nciht erklären wieso, aber das einführen eines Tampons war für mich viel schwieriger als die ersten 3-4 Dilatoren. Das klingt total absurd, war aber so und auch jetzt kann ich nur Tampons mit Einführhilfe brauchen, was für mich aber ein riesen Fortschritt ist und mich, so doof es auch klingt, extrem glücklich macht. Vielleicht kannst du dir den Druck nehmen und das Tampon-Problem zu Seite schieben und dich zuerst auf Beckenbodenübungen und Dilatoren konzentrieren?

Ich würde mich extrem freuen, wenn wir ein kleines Grüppchen in unserem Alter zusammenbringen würden :smiley: Wollen wir ein neues Thema dafür erstellen und schauen wer noch daran interessiert wäre?

Wie du ein Thema verfolgen kannst weiss ich leider nicht. Ich sehe aber gerade unter dem letzten Beitrag verschiedene Felder, bei einem steht Beobachten, vielleicht wenn du das anklickst?

Liebe Grüsse
Julia


#15

Hi @Julia1,

ja, stimmt! :smile:

Das klingt richtig super, ich finde da kannst du wirklich schon stolz auf dich sein und an den Tagen, an denen es noch nicht so gut klappt, Motivation daraus ziehen!
Wenn ich nur auch schon so weit wäre! Ich glaube einmal über diese “Schwelle” zu kommen, überhaupt irgendetwas einführen zu können, muss super sein. Falls du dafür irgendwelche Tipps hast, immer her damit!

Ein neues Thema zu erstellen, finde ich eine gute Idee, vielleicht findet sich ja ein kleines Grüppchen zum regelmäßigen Austausch. :slight_smile:

Liebe Grüße!


#16

Liebe @Gluecksmomente

Endlich habe ich Zeit um dir zu antworten. Ich finde es super, dass zur Zeit im Forum wieder mehr los ist, kam aber in den letzten Tagen nie dazu mich auch wieder zu melden, habe aber immer wieder kurz reingeschaut.

Ich verstehe dich so gut, am Anfang war es für mich auch total unvorstellbar etwas einführen zu können, es klappte bei mir auch ncith sofort, so blöd es leider ist, man muss sich wirklich viel Zeit lassen. Ich kann dir aber einen Tipp geben, der mir sehr geholfen hat. Ich habe anfänglich oft so halb im sitzen/ halb liegend geübt (also habe mich z.B. auf den Boden gesetzt und den Rücken am Bett angelehnt). Ich habe lange mit einem Spiegel geübt, also mich zuerst unternrum genau betrachtet und auch immer wieder geschaut, was passiert, wenn ich den Beckenboden an- und entspanne. So habe ich einen besseren Zugang erhalten und hatte (obwohl ich ja selber z.B. einen Dilator einführte) ein grösseres Kontrollgefühl, da ich auch immer sah was ich machte.
In deinem Thema hast du geschrieben, dass du nicht sicher bist, ob du am richtigen Ort ansetzt, der Winkel stimmt. Auch das kenne ich sehr gut und fand dafür den Spiegel auch sehr hilfreich. Du kannst es ja mal ausprobieren, es schadet sicher nicht :wink:

Ich habe als ich mit dem Üben startete in einem anderen Forum von einer Creme gelesen, die betäubend wirken soll. Ich bin aus der Schweiz und bei uns war die Creme nicht erhältlich, aber eine mit ähnlichen Inhaltsstoffen. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber es war eine Hämorrhoiden-Salbe. Sie wirkte bei mir aber nicht schlecht. Ich habe wenig davon um den Scheideneingang herum aufgetragen und konnte danach den kleinsten Dilator besser einführen. Aber vielleicht war das auch nur ein Placeboeffekt und nicht die Salbe. Aber evtl. würde es dir ja auch helfen.

Als dritten Tipp kann ich dir noch das in meinem anderen Thema erklärte “schieben” empfehlen. Ich weiss nicht wie gut es bei dir mit den Beckenbodenübungen klappt, aber falls du den Beckenboden schon einigermassen spürst, kannst du es mal ausprobieren. Beim Biofeedback in der Physiotherapie zeigte sich bei mir, dass ich den Beckenboden besser entspannen kann, wenn ich nach dem anspannen nicht einfach “loslasse” sondern quasi das Gegenteil vom anspannen mache (was sich wie ein wenig wie ein “schieben” oder leichtes “drücken” anfühlt). Beim üben mit dem Spiegel habe ich das auch gemacht und konnte beim “schieben” tatsächlich sehen, wie sich mein Scheideneingang leicht öffnet. Das war für mich total hilfreich, da ich selber sah, dass ich meinen Scheideneingang vergrössern/ öffnen kann und die entstandene grösse auch nicht schlecht zum kleinsten Dilator oder einem Finger passt.

Ich werde gleich noch ein neues Thema erstellen und hoffe wir finden bald ein kleines Grüppchen.

Liebe Grüsse
Julia


Wer hat interesse an einer Motivationsgruppe?
#17

Hallo Julia,
Danke, dass du deine Erfahrungen hier teilst. Ich bin seit längerem auf der Suche nach einer Physiotherapeutin die sich mit vaginismus oder auch beckenbodenmuskulatur auskennt. Ich bin aber bisher leider nicht so erfolgreich gewesen. Hast du vllt einen Tipp wo man sich da am besten erkundigen kann oder wo genau hast du deine Physiotherapeutin kennengelernt?


#18

Liebe Lorena

Meine Physiotherapeutin habe ich über das Internet gefunden. Ich habe Vaginismus und meine Stadt bei google eingegeben. Es kam zwar auch ganz viel unbrauchbares, aber irgendwo fand ich ein Beckenbodenzentrum, dort arbeiten nur Physiotherapeuten/therapeutinnen, die sich auf den Bereich des Beckenbodens spezialisiert haben. Es hatte auf der Homepage auch eine Auflistung von Fällen in denen die Physiotherapie mit Fokus auf den Beckenboden hilfreich ist, am bekanntesten ist vermutlich Inkontinenz, aber es war auch Vaginismus aufgelistet.
Ich habe dann direkt im Beckenbodenzentrum angerufen und nach Absprache mit einem Physiotherapeuten zuerst eine Überweisung bei meiner Frauenärztin geholt. Hat aber alles problemlos geklappt.

Ich würde dir also empfehlen bei Google die Begriffe “Beckenbodenzentrum” + deinen Wohnort/region (oder eine Stadt in der Nähe) zu suchen oder “Physiotherapie” + “Vaginismus” + deine Wohnregion. Falls du nichts findest, würde ich mal deine FA fragen, vielleicht kennt die einen Physitherapeuten.

Liebe Grüsse
Julia