Beckenboden-Bauchtanz gut oder schlecht


#1

Hallo, ich habe mal eine Frage. Ich gehe seit ca 4 Jahren wöchentlich in einen Bauchtanzkurs in einer Tanzschule. Dabei wird auch sehr viel Wert auf den Beckenboden gelegt. Jetzt ist mir aufgefallen dass, seit ich sehr intensiv meine Übungen mache, ich mir dort sehr unsicher bin ob das jetzt so gut für mich ist. Dadurch verkrampfe ich mich sehr, weil ich Angst habe etwas falsch zumachen. Denn dort ist es wichtig den Beckenboden fest anzuspannen um sich nicht die Hüftgelenke zu verletzen. Nun meine Frage, kann ich mit ruhigem Gefühl weitermachen, hilft es vielleicht sogar? Wenn ja, und ich das dann weiß, bin ich auch bestimmt wieder entspannter. Oder sollte ich in dieser Zeit besser nicht tanzen?
Ich weiß, dass ist jetzt eine sehr außergewöhnliche Frage, aber ich möchte alles richtig machen.
Vielen Dank schonmal, liebe Grüße Anna


#2

Jein. Es kommt drauf an, was mit fest anspannen gemeint ist. Wahrscheinlich sollst du den Beckenboden “fest nach innen ziehen” oder du erhältst gar keine Erklärung wie du den Beckenboden denn anspannen sollst.

Wie gut nimmst du denn den Beckenboden wahr, wenn du Übungen machst? Kannst du den Beckenboden bereits bewusst an- und entspannen? Wenn du z.B. die Übung “Beckenachter” gut kannst, sollte dein Beckenboden langsam wieder das tun, was er soll – anspannen, wenn er anspannen soll und entspannen, wenn Entspannung nötig ist. Jederzeit, auch beim Tanzen. Bis dahin, schadet eine Pause sicher nicht.


#3

Also, ich habe den Eindruck, das Theme “Beckenboden anspannen” ist zur Zeit in Mode gekommen. Ich habe jetzt sogar im Yogagruppenunterricht so eine Aufforderung bekommen. Ich mache schon seit ca 15 Jahren (immer mal wieder) Yogaunterricht mit, und hatte das davor noch nie gehört! Vorher war das schon beim “Hormonyoga” Thema und beim Pilates Mattenunterricht natürlich auch. Aber noch niemand hat erklärt, wie man das richtig macht, außer dieses “alles nach innen ziehen”, was ich vor Jahren auch nicht hinbekommen habe". Ich habe in letzter Zeit diese Hinweise dann immer ignoriert in dem Wissen, das mein Beckenboden eh unter Daueranspannung steht (oder bis vor kurzem jedenfalls noch stand)
Bauchtanz habe ich auch mal einen Anfängerkurs gemacht, aber das man sich dabei die Hüftgelenke verletzen kann,wenn man nicht den Beckenboden “fest anspannt” kommt mir komisch vor! Denn gerade beim tanzen ist doch eine gewisse “Lockerheit” bzw. Geschmeidigkeit notwendig!? “Fest anspannen” klingt für mich eher nach Verkrampfung!
LG Natalia


#4

Hallo, also wie gesagt, ich tanze schon ein paar Jahre Bauchtanz. Und da wird es schon immer so unterrichtet und sie macht auch sehr gut vor was mit dem Körper passiert wenn man es nicht macht. Sie legt da großen Wert drauf und zeigt immer wieder sehr genau wie es gemacht wird. Dabei wird das Becken nicht nach innen eingezogen sondern nach vorne geklappt, so das man in der Hürfte fest ist. Somit verhindert man das bei den Hüftbewegungen das Gelenk zu sehr beansprucht wird. Ich kann es nicht so gut erklären, merke aber das es sich so wie sie es zeigt richtig anfühlt. Da ich mir unsicher war was ich jetzt machen soll, hab ich mir ein Herz gefasst und ihr von meiner Problematik erzählt und sie hat mir dann auch empfohlen eine Pause zumachen. Und sie möchte sich aber auch mit dem ganzen befassen und sich von mir das Buch leihen. Es war eine tolle Erfahrung darüber offen zusprechen und dann anstatt, wie ehrlich gesagt erwartet komisch angeguckt zu werden, sondern Unterstützung angeboten zubekommen. Wenn ich mich wieder bereit fühle wird sie den Unterricht auf mich ausrichten so das ich langsam ran geführt werde.
Liebe Grüße Anna


#5

Danke für deinen Bericht, das scheint ja eine sehr gute Lehrerin zu sein. Und das Problem offen anzusprechen ist ja bei ausreichend Mut und Vertrauen wohl auch der beste Weg um zu einer Entscheidung zu kommen. Ich wünsche dir viel Erfolg und das du bald wieder tanzen kannst!
Liebe Grüße Natalia