Bin neu...Vulvodynie, Vaginitis, Cervicitis autoimmun


#1

Hallo ihr Lieben,

nach einer Biopsie wegen Verdachts auf Lichen erhielt ich die Diagnose “Vulvodynie” und “schwere Cervicitis”… wobei natürlich auch die ganze Vagina und vermutlich ebenfalls die Gebärmutter betroffen ist. Auch Blase und Harnröhre sind mit von der Partie. War dann eine Zeitlang bei einer Urologin in Behandlung, die mir Cortison und Vitamine aufgeschrieben und mich mit Bemer Magnetfeldtherapie behandelt hat.
3 Monate später war ich meine gesamten Ersparnisse los - und als Mindestpensionistin mit 850 Euro Gesamteinkommen (wovon 600 alleine durch Miete, Strom etc. draufgehen) war das für mich natürlich das Ende dieser angeblich so vielversprechenden Behandlung. Nach einigem psychischem Stress sind die Symptome schlimmer denn je, also suche ich nach einem für mich bezahlbaren Weg, die unheimliche Krankheit wieder loszuwerden.
Sex ist für mich kein Thema mehr… zumal sich bei mir das entzündete Gewebe dann nicht nur in Narbengewebe umbaut, sondern sich dabei auch immer mehr Nervenzellen bilden. Oder anders: Ich kriege da gerade mal 2 Finger hinein und das tut bereits weh. Aber Sex war eh immer auch psychisch sehr problembehaftet bei mir… konnte mich nie damit identifizieren, eine “richtige Frau” zu sein.
Zur Zeit versuche ich die Darmsanierung nach Dr. Karl Probst (“Schwefelkur”) im Zusammenhang mit Intervallfasten und ein wenig mehr Rohkost. Kann euch dann gerne berichten, ob es etwas gebracht hat. Auch ein günstiges gebrauchtes Magnetfeld-Therapiegerät habe ich mir bestellt (um das Geld von 2 x Behandlung bei der Urologin)… halt kein Bemer, sondern eher ein No-Name-Gerät. Mal sehen :wink:

Alles Liebe euch allen und herzlichste Grüße von der catmom


#2

Hallo catmom,

als ich dein Beitrag gelesen habe, musste ich an das Buch denken, wo ich gestern reingelesen habe.
Der Autor meinte, dass er mit einer Botoxbehandlung Erfolge verbuchen konnte.
Da ich erst den klassischen Weg versuchen möchte (Dillator und Beckenbodentraing) habe ich nicht weiter gelesen.

Falls du Interesse hast, das Buch heißt:

When Sex Seems Impossible: Stories of Vaginismus &; How You Can Achieve Intimacy
Von Peter T. Pacik

Ich wünsche dir viel Erfolg und Danke für deinen Bericht.

Viele Grüße


#3

Liebe Jenny,

herzlichen Dank für deine Antwort und den Buchtipp. Es ist aber tatsächlich so, dass ich gar keinen Sex mehr möchte, nicht einmal im körperlich gesunden Zustand. Sexuelle Intimität ist für mich ohnehin nie möglich gewesen. Es wurde nie eine psychologische Verknüpfung von Liebe / Geborgenheit / Vertrauen und Sex bei mir erstellt. Habe nicht nur eine schwere sexuelle Entwicklungsstörung, sondern generell eine solche im gesamten zwischenmenschlichen Bereich. Man nennt das Ganze “Schizotypische Persönlichkeitsstörung”. Vereinfacht könnte man sagen, dass ich im gesamten zwischenmenschlichen Bereich psychologisch etwa 4 Jahre alt geblieben bin. Körperlich bin ich auch sexuell herangereift, psychisch aber nie. Somit hätte ich im Grunde niemals Sex haben dürfen, weil ich mich jedesmal damit selbst missbrauchte. Aber man sehnt sich halt nach Liebe, körperlich kitzelt es ja auch da unten - also macht man es. Machte man es, denn ich habe es dank dieser Krankheit jetzt guten Gewissens endlich einstellen dürfen.
So auf Dahlke-Art gesehen “Krankheit als Weg” ja auch kein Wunder, dass gerade diese ganzen Zonen bei mir betroffen…

Dilatoren (wäre eh nur wegen Frauenarzt) will ich zur Zeit auch nicht verwenden, da jede keinste Reibung, Dehnung oder sogar tw. sanftes Abtasten der Vulva sofort eine arge Verschlimmerung der Symptome bewirkt.
Beckenbodentraining klingt aber höchst interessant für mich, alleine schon wegen der durchblutungsfördernden Wirkung. Und bei der Vulvodynie scheint es sehr um eine unzureichende Versorgung der Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff zu gehen.

Was ich vorhin vergaß: Ich bin 49 und lebe zusammen mit 7 Katzen in der Steiermark (Österreich).

LG catmom


#4

Liebe Catmom,

Ich wohne ebenfalls in der Steiermark, bin 20 und habe auch Vulvodynie.
Ich habe schon alles erdenkliche erfolglos ausprobiert (Beckenbodentraining, Biofeedback, Psychotherapie, alle Cremes und Zäpfchen, verschiedene Medikament, ect.). Heute hatte ich eine Behandlung mit einer Nervengiftspritze die man auch beim Zahnarzt bekommt. Nun muss ich abwarten, ob die hilft und, ob meine Schmerzen weggehen.
Ansonsten stehen noch Botoxspritze und Lasertherapie zur Debatte.
Da diese Therapien noch relativ unerforscht sind und mein Problem nicht nur besser, sondern auch schlechter machen könnten hab ich ziemliche Angst davor…hat jemand vielleicht schon Erfahrungen mit einer dieser Behandlungen gemacht?

Glg okkyy


#5

Meiner Erfahrung nach sind Behandlungen wie Botox, Lasertherapie, Lidocain Spritzen, Zäpfchen, Cremes und ähnliches sehr selten (dauerhaft) erfolgreich. Selbst die Fachwelt streitet sich darüber. Vor allem von Botox und Schmerzmitteln distanzieren sich immer mehr Ärzte und Therapeuten, die mit Vulvodynie und chronischen Schmerzen im Intimbereich, Endometriose usw. vertraut sind.

Beckenbodentraining und Physiotherapie ist oft nicht erfolgreich, weil meistens nicht die idealen Übungen angewendet werden oder die Therapie eher auf Inkontinenz und nicht auf Vulvodynie und chronische Schmerzen ausgerichtet ist.

Beckenbodenübungen sollten vorsicht, sanft ausgeführt werden und nur ganz kurz. Eine Anleitung die sich für Vulvodynie gut eignet findest du hier.