Depressionen und das Gefühl Nichts tun zu können!


#1

Hallo mein Name ist Mary, ich bin 18 Jahre alt und habe Vaginismus. Ich erfuhr davon als ich 16 war. Seit ich das erste Mal probierte einen Tappen einzuführen, wusste ich, dass etwas mit mir nicht stimmte aber ich gab den eine nicht so große Bedeutung. Als ich jedoch einen Freund bekam, wurde mir klar, dass dieses Thema unumgänglich war. Ich erzählte ihm auch von meinen Vermutungen, dass etwas mit mir nicht stimme und er hat das ganz gelassen gesehen was mich auch sehr beruhigt hat. Als wir jedoch probieren wollten Geschlechtsverkehr zu haben, war es jedes mal unmöglich und scheiterte. Ich hatte totale Panik vor Schmerzen. Dieses Probieren ging etwas länger, jedoch jedes Mal ohne Erfolg. In den Sommerferien fand ich dann plötzlich einen Artikel im Internet über Vaginismus. Dort wurden genau die Symptome beschrieben, die ich hatte und ich wusste sofort das muss es sein. es war eine sehr harte Zeit für mich, da ich es auch meinen Eltern sagen musste, die mich sehr unterstützen. Ich dachte immer ich würde es bald hinbekommen und besuchte eine Physio- und Psychotherapie. Jedoch waren diese auch ohne Erfolg. Ich machte nur sehr kleine Schritte. Dieses Problem macht mich auch heute noch fertig! ich weiss zwar, dass ich erst 18 bin und mein Leben noch vor mir habe aber ich bekomme mit wie plötzlich alle meine Freundinnen ihre Erfahrungen machen und ich würde es so gerne, doch es bleibt mir durch mein Problem verweigert. Mit der Zeit bekam ich nach und nach immer stärkere Depressionen und verlor mein Selbstbewusstsein. Ich fing an mich und meinen Körper zu hassen. Irgendwann einmal kam ich zu dem Punkt, wo ich nicht einmal mehr Filme schauen konnte in denen das Thema Sex vorkam geschweige denn Gespräche über dieses Thema führen konnte. Aus purer Verzweiflung fing ich an nach Heilungsmethoden zu suchen. Tatsächlich habe ich eine Methode gefunden bei der sie Botox in die Scheidenmuskulatur einspritzen, um sie zu entspannen. Ich habe dann gründlich recherchiert und eine Klinik in München gefunden, die das anbietet. Jetzt sitze ich hier in meinem Bett, verzweifelt und überlege diesen Eingriff zu machen. Mein Kampf mit den Vaginismus ist schon viel zu lang und ich will ihn und meine Depressionen endlich beenden!


#2

Hey Mary :slight_smile:
Das Gefühl der Hilflosigkeit kenne ich…
Aber nur weil du bislang nicht den richtigen Weg gefunden hast,heißt das ja nicht,dass du es niemals schaffst.

Von dem Botoxeingriff habe ich noch nie etwas gehört. Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht ganz vorstellen,dass das hilft. Hast du von Dr. Reeve in Heinsberg gehört? Sie hat eine Therapie entwickelt,die hier schon vielen Mädels geholfen hat.

Liebe Grüße :blush:


#3

Hallo liebe Mary,
Kann total verstehen, wie du dich fühlst… das Thema bringt einen immer wieder zum Grübeln und an-sich-Zweifeln… vielleicht würde es dir ja helfen, wenn du unserer WhatsApp-Motivationsgruppe beitrittst ? Da tauschen sich Betroffene immer wieder über die Gedanken, Gefühle usw aus, die einen beschäftigen und man hat endlich das Gefühl, dass man nicht allein damit ist und dass andere einen verstehen … und man wird immer wieder dazu motiviert, an sich zu arbeiten anstatt sich aufzugeben… mir hilft das jedenfalls sehr sehr doll :heart:


#4

Hallo Mary,

Ich kann genau nachvollziehen wie du dich fühlst. Ich war damals 17 als ich zum ersten Mal versucht habe, Geschlechtsverkehr zu haben und festgestellt habe, dass da was nicht stimmt, es eigentlich gar nicht geht und sehr sehr stark schmerzt. Mir ging es wie dir - alle meine Freundinnen machten ihr Erfahrungen und vor allem eine redete oft und viel über Sex und ich wollte das Thema irgendwann nur noch meiden. Ich habe mich bei diesen Gesprächen immer sehr zurückgehalten und wurde irgendwann immer gefragt, wie das denn bei uns so sei… habe immer abgeblockt und mich zurückgezogen oder zickig reagiert… mir ist es einfach unglaublich schwer gefallen, it den anderen darüber zu reden, bei ihnen schien es keine Probleme zu geben und alle hatten Spaß… das war schon sehr deprimierend. Ich habe mich irgendwann meiner besten Freundin geöffnet und ihr alles erzählt. Auch erst nach Jahren. Und ich hätte das viel früher tun sollen, denn sie hat einfach nur zugehört, ich konnte kir so viel Frust von der seele reden und das tat unglaublich gut. Sie hat es zwar nicht ganz verstanden, es kam der Vorschlag: “und wenn du davor bisschen was trinkst um dich locker zu machen…” dafür war ich aber nicht böse, wie soll das ein unbetroffener auch ganz nachvollziehen können… im übrigen kam dieser spruch auch schon mal von meiner frauenärztin… naja was soll man dazu sagen… mir hat das jedenfalls unglaublich geholfen, eine freundin einzuweihen.
Ich hatte dieselbe Panik wie du… anfangs dachte ich, ooh gott du bist bald 18 und hattest noch nicht mal sex. Irgendwann war ich 20, 25 usw… habe mir das buch gekauft, entspannungsübungen und beckenbodenübungen angefangen… und wieder aufgegeben. Und dann alles nochmal. Und wieder aufgegeben. Ich denke ich hab mich selbst immer viel zu viel unter druck gesetzt und es hat sich einfach nichts getan.
Ich bin jetzt 28 und hab das ganze vor ca 2 jahren nochmal angepackt, nicht aufgegeben, und kann nun meistens (leider noch nicht immer) mit meinem freund schlafen.
Mary, du bist zwar “schon” 18, aber doch auch ERST 18. Gib nicht auf und bleib dran. Setz dich nicht so sehr unter Druck, du hast sooo viel Zeit. In 10 jahren siehst du das von einem anderen Blickwinkel, und dann ist das gar nicht mehr schlimm, wenns dann eben “erst” mit 20 geklappt hat. Nimm dir die Zeit dich mit deinem Körper auseinander zu setzen und ihn zu akzeptieren. Es geht, mit ganz viel Geduld.
Ich persönlich stehe einem botox-eingriff eher sehr skeptisch gegenüber… einfach weil ich es ein unangenehmes gefühl fände, dass in meinem intimsten bereich jemand botox reinspritzt. Bei so einem eingriff gibt es sicher auch risiken oder dinge die schief laufen können. Das würde ich weder gern im gesicht, noch in meiner Vagina haben :roll_eyes:

Viel Glück :four_leaf_clover:
Liebe Grüße Sini