Eure Erfahrungen wären hilfreich. Wie verlaufen bei euch Beziehungen?


#1

Hallo zusammen,

ich bin ebenfalls recht neu in diesem Forum, habe gerade mit dem Dilatorentraining begonnen und bin derzeit noch nicht in der Lage mit einem Partner Sex mit Penetration durchzuführen, was aktuell mangels Partner aber auch kein Thema ist. Mir ist jedoch beim Durchlesen einiger Beiträge aufgefallen, dass durchaus Viele von euch in langjährigen Beziehungen sind und ich habe mich gefragt, wie eure Beziehungen laufen.

Kurz zu meiner Beziehungsgeschichte: Mir ist eigentlich erst seit 1 Jahr richtig bewusst, dass ich Vaginismus habe und dass das mit dem Sex nicht einfach so funktionieren wird. Das für mich Erstaunliche ist dennoch, dass ich trotzdem fast immer in Beziehungen war. Eine Beziehung davon (meine vorletzte) ging sogar 8 Jahre und wir hatten unsere eigene Form gefunden miteinander Sex ohne Penetration zu haben. Daher hatte ich lange den Eindruck, dass mein Problem erst dann richtig ein Problem ist, wenn wir Kinder haben möchten. Mit den Partnern davor lief es ähnlich. Dann kam mein letzter Freund, mit dem ich 1 Jahr zusammen war und der sich nun kürzlich wegen einer Anderen getrennt hat. Er machte mir von Anfang an klar, dass für ihn Sex ohne Penetration nicht laufen könne und brachte mich dazu mich im Rahmen einer Therapie erstmals mich mit den Ursachen meines Problems auseinanderzusetzen. Das war der gute Part. Von der Therapeutin bekamen wir dann allerdings Paarübungen auf, die leider nur bis zum Punkt des Einführens funktionierten. Zu diesem Zeitpunkt zog sich mein damaliger Freund darauf zurück, dass ich das Problem zunächst für mich alleine lösen müsste und wir erst dann wieder Sex probieren könnten. Sex ohne Penetration lehnte er die ganze Zeit vollständig ab (ganz oder gar nicht) und so führten wir bis auf wenige Ausnahmen eine mehr oder weniger jugendfreie Beziehung. Er meinte die Form des Sexes, die ich mit meinem Freund zuvor jahrelang gehabt habe, würde kein Mann akzeptieren. Da mein Exfreund kurz darauf mit Depressionen zu kämpfen hatte und mit dieser Begründung jeglichen sexuellen Kontakt abwehrte, nahm ich das erst mal so hin. Ich hatte die Hoffnung, dass wir es nochmals mit den Paarübungen probieren könnten, wenn es ihm besser ginge. Als dies jedoch der Fall war, teilte er mir mit, dass er nur noch freundschaftliche Gefühle für mich hätte, machte Schluss und war kurz darauf mit einer guten Freundin zusammengekommen.

Daher nun meine Frage an euch. Wie gestaltet ihr euer Sexleben in Beziehungen, wenn das mit der Penetration nicht funktioniert? Kein Sex zu haben ist ja auch keine Lösung, da es dann wirklich nur ein innige Freundschaft ist und die Gefühle sich verändern. Kann ich von meinem Partner allerdings erwarten, dass er Sex ohne Penetration eine Weile hinnimmt? Ich bin insofern irritiert, da ich dies 8 Jahre mit meinem vorherigen Exfreund hatte, ich auch nicht den Eindruck hatte, diese Form von Sex würde keiner Spaß machen, mein letzter Exfreund nun aber so tat, als wenn ich etwas wirklich Schlimmes von ihm verlangen würde. Mir ist mittlerweile natürlich klar geworden, dass ich an dem Problem arbeiten muss und das Verdrängen des Problems in der 8-jährigen Beziehung nicht die beste Idee war, nur wie viel Verständnis vom Partner ist “normal” und kann ich erwarten? Eine Beziehung besteht ja nicht nur aus Sex.

Außerdem frage ich mich, wie ich das Thema einem künftigen Freund beibringen soll. Wie habt ihr das gemacht?

Über Erfahrungen wäre ich dankbar, da mich v.a. meine letzte Beziehungserfahrung sehr irritiert hat.

LG Niki


#2

Zunächst einmal herzlich willkommen und schön, dass du dein Problem angehen möchtest. So hat ja tatsächlich die blöde letzte Beziehung auch ihre Vorteile gehabt.

Nun zu deinen Fragen: ich lebe seit drei Jahren in einer Beziehung. Nach unseren ersten Versuchen haben wir bald gemerkt, dass bei uns Penetration nicht möglich ist. Wir haben daher Sex mit Oralverkehr und gegenseitiger manueller Befriedigung.
Mein Freund, sagt mir, dass er damit zunächst zufrieden ist, aber natürlich neugierig auf mehr ist. (Ich habe das große Glück, dass auch mein Freund noch Jungfrau ist. Daher, sagt er, kann er auch nicht vermissen was er nicht kennt).

Mein Freund unterstützt mich auch sehr und bestärkt mich ohne mich zu drängen. Zu Beginn mussten wir aber erstmal unseren Weg finden, da er natürlich öfter mal gefragt hat, ob ich Fortschritte mache und mir das etwas zu häufig war, so dass ich mich gehetzt fühlte. Mittlerweile fragt er nur noch ab und zu nach meinem Fortschritt und ich erzähle ihm tw auch von mir aus, wie es läuft. So haben wir mittlerweile einen ganz guten Weg gefunden.

Wie du es einem neuen Freund erzählen sollst, kann ich dir schwer raten, da ich es ja erst gemeinsam mit meinem Freund während der Beziehung herausgefunden habe. Sicherlich solltest du nicht mit der Tür ins Haus fallen, aber zu spät kannst du es ja auch nicht sagen, ich stelle es mir schwierig vor und denke eine Musterlösung gibt es nicht. Vielleicht haben da andere Frauen bessere Ratschläge oder haben eigene Erfahrungen gemacht.
Ich denke wichtig ist auf jeden Fall, dass eine neuer potenzieller Freund weiß, dass du an der Lösung deines Problems arbeitest und dass er dich dabei unterstützen kann.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Üben und alles Gute bei einer neuen Beziehung.

Schöne Grüße CoLa


#3

Lieben Dank für deine Erfahrungen! So ähnlich ist es mit meinem vorherigen Exfreund ja auch gelaufen, nur dass ich da mein Problem noch nicht erkannt habe. Ich freue mich über weitere Erfahrungen.


#4

Willkommen im Forum :slight_smile:

also mein Exfreund hat mich damals entjungfert und wir hatten ein gutes Sexleben würde ich mal sagen. Es gab in dem Thema keine Probleme und er hat mich dann betrogen. Die Beziehung hielt 14 Monate. Mit meinem jetzigen Freund bin ich 6 Jahre zusammen und wir hatten am Anfang Sex aber jetzt schon seit paar Jahren scheitert es immer. Aber wir sehen es ein bisschen so wie kein Sex vor der Ehe :smiley: wir denken dass wenn es wieder klappt dass unser Sexleben dann erst anfängt und wir uns neu entdecken. Und seither haben wir auch “kreative” Wege gefunden zusammen Spaß zu haben. Vielleicht wenn wir ein 6 jähriges normales Sexleben gehabt hätten wären wir jetzt an den Punkt der Langeweile aber gerade wegen dem Verzicht wissen wir dass wir uns noch auf etwas freuen können. Mein Freund sagt es sei wie ein Lieblingsessen. Wenn du es jeden Tag essen kannst ist es nichts mehr besonderes. Bekommst du es aber selten dann freust du dich umso mehr drauf wenn du den Geschmack wieder genießen kannst. Bei uns ist alles perfekt bis auf den Sex und wir wissen trotzdem auf menschlicher Basis was wir am anderen haben. Wenn es dann noch körperlich klappt ist alles gut dann.

Ich hoffe ich gebe dir damit neue Denkanstöße auf den Weg!

Jeder Mann der das hier mitmacht verdient Respekt denn das macht nicht jeder.

Alles Gute :slight_smile:

Platzki


#5

Liebe Niki,

ich habe schon sehr lange Vaginismus (ein ganzes Leben lang) und ich bin dieses Jahr 50 geworden. Ich hatte immer wieder Beziehungen, manche auch länger und die Männer waren in Punkto Sex sehr unterschiedlich. Mein erster Freund hat mich mit dem Problem total alleine gelassen, er meinte das sei mein Problem und ich müsse es selbst lösen. Schliesslich finge er an immer mehr Pornos zu konsumieren und dann betrog er mich über lange Zeit, ohne es mir zu sagen. Dann gab es viele kurze Beziehungen, wo ich es manchmal gleich sagte, oder gar nicht sagte und alle möglichen Taktiken anwand um das Thema zu umgehen, z.B. ich bin noch nicht soweit, ich möchte noch warten usw.

Dann gab es einen Mann, der sehr verständnisvoll war und mich sehr liebte, leider war unser Sexleben nicht befriedigend, weder für mich noch für ihn, da hab ich mich von ihm getrennt.

Wie du habe ich es in Beziehungen häufig erlebt, dass wir schönen Sex ohne Penetration hatten - sozusagen ein sehr sehr langes “Vorspiel”. Was ja eigentlich auch sehr schön ist und viele Frauen, die keinen Vaginismus haben, ja auch vermissen.

Meinem letzter Freund habe ich es gleich gesagt. Damals vor drei Jahren hatte ich zum ersten Mal begonnen regelmässig zu einer Sexualtherapeutin zu gehen und er meinte wenn ich daran arbeite, wäre es kein grosses Problem für ihn, aber wenn ich nichts machen würde, dann würde er mich verlassen denn er könne ohne Penetration nicht leben. So kriegte ich erstmal ein Ultimatum. Ein Jahr würde er warten.
Nach einem Jahr schlug er mir Alternativen vor: Fremdsex mit einer Sexpartnerin oder zu einer Prostituierten gehen. So wollte er unsere Beziehung retten. Für mich war das sehr verletzend und sehr sehr schwer zu ertragen. Ich hab mir immer wieder neue Fristen ausgehandelt und es gab Zeiten wo es für ihn auch ok war und er mich nicht bedrängte.
Diese Beziehung war aber auch sonst sehr schwierig und schliesslich haben wir uns getrennt.

Was ich mich all dem sagen will: bleib unbedingt dran an deiner Therapie. Es ist wichtig, für dein Leben. Sicherlich gibt es auch Männer, die sehr verständnisvoll sind und trotzdem bei dir bleiben und dich lieben, aber es ist trotzdem wichtig, dass du dich soweit öffnen kannst, dass auch eine ganz tiefe Verbindung wie die Penetration es ist, möglich ist. Penetration ist nicht alles, aber es ist wichtig.
Ich lese zur Zeit viel über Sexualität. Ich habe das Gefühl, dass ich meinen Körper gar nicht so recht kenne und dass ich häufig das mache, was die Männer sich von mir erwarten. Es ist schon so, dass die Sexualität, die wir heute leben sehr männlich geprägt ist. Deshalb auch diese Fixierung auf die Penetration. Sex ist ja viel mehr als das. Aber eben auch das und jede von uns sollte zumindest die Möglichkeit haben eine Wahl zu treffen. Aber die habe ich, zumindest derzeit, nicht. Ich lese grade die Bücher von Diana Richardson: “Zeit für Liebe” und “Zeit für Weiblichkeit”. Irgendwie helfen sie mir die Sexualität mal von einer ganz anderen Seite (von der weiblichen) her zu sehen.

liebe Grüsse
Yvonne


#6

Hallo ihr Lieben

Das Thema interessiert mich zur Zeit auch gerade sehr. Ich bin seit etwas mehr als 4 Jahren in einer Beziehung, liebe meinen Freund und bin sehr dankbar für sein Verständnis mit mir bzw. meiner Situation. Er liebt mich, glaube ich, wirklich sehr und beklagt sich eigentlich nie darüber, dass es mit dem Geschlechtsverkehr nicht klappt. Wir haben Oralsex oder befriedigen einander manuell.
In letzter Zeit ist bei mir die Lust aber deutlich zurückgegangen, was ihm schon zu schaffen macht. Meine fehlende Lust hängt aber wohl auch damit zusammen, dass wir uns seit ca. einem halben Jahr sehr oft streiten und schon mehrmals kurz vor der Trennung standen. Wenn wir uns streiten geht es aber nie um das Thema Vaginismus, evtl. darum, dass ich nur noch selten in Stimmung bin aber eigentlich eher darum, dass wir sehr unterschiedliche Zukunftsvorstellungen haben.

Naja nun stehe ich vor der schwierigen Entscheidung zwar liebe ich meinen Freund, sehe aber keine längerfristige Zukunft in dieser Beziehung und finde es eigentlich weder ihm noch mir gegenüber fair eine Beziehung so weiterzuführen. Trotzdem kann ich mich nicht dazu durchringen die Beziehung zu beenden. Ich denke im Grossen und Ganzen würde es mir auch ohne ihn schon ganz ok gehen, jedenfalls mit der Zeit (so wie es jetzt ist, ist es ja auch nicht gut).
Aber immer wieder drängt sich mir der Gedanke auf, wie es dann weitergehen würde. Finde ich wieder einen Mann, der mich so bedingungslos liebt, trotz des Vaginismus, der so geduldig damit umgehen kann? Wie und wann würde man das Thema dann ansprechen?

Ist es einer von euch vielleicht schon einmal ähnlich ergangen?

Liebe Grüsse
Julia


#7

Hallo Niki!

Mein Exfreund hatte auch sehr wenig Verständnis für das Problem. Ich finde übrigends nicht, dass es mein Problem ist, sondern UNSER Problem, denn in einer Beziehung wollen doch beide Partner ein erfülltes Sexleben und sollen einander dabei unterstützen. Naja abgesehen davon habe ich mich von meinem Exfreund sehr unter Druck gesetzt gefühlt und ein Leben oder einige Monate ohne Penetration war für ihn undenkbar.

Meinem jetzigen Freund habe ich bald von meinem Vagisnismus erzählt und auch gesagt, dass ich daran arbeite und die “Heilungschancen” sehr groß sind und ich sehr positiv denke. Daraufhin hat er sich selber über Vaginismus informiert und unterstützt mich sehr. Er setzt mich auch gar nicht unter Druck.

Ich finde, dass jeder Mann anders ist auch natürlich hinsichtlich des Sexlebens. So gibt es bestimmt Männer, die ohne Penetration eine Zeit lang sehr gut leben kann und Männer, die das nicht können.

Ich hoffe das hilft dir etwas weiter
Lg


#9

Hallo ihr Lieben,

Ich bin seit bald einem Jahr mit meinem Freund zusammen und weiß von meinem Vaginismus seit 10 Jahren, bzw dass bei mir was nicht stimmt.

Ich habe als ich meinen Freund kennen geleent habe schon fleißig Übungen gemacht. Als wir uns so langsam näher gekommen sind, hat es mich innerlich fast aufgefressen, wwil ich so viel Angst hatte dass wir jetzt bald an diesem Punkt sind. Also hab ich es ihm gleich anfangs gesagt, am selben Abend noch, nachdem wir uns gesagt hatten, dass wir uns verliebt haben. Somit war es raus und ich ein wenig entspannter.

Er wollte dann alles ganz genau wissen und hat dann auch recherchiert und sich informiert und wusste am nächsten Tag fast genauso viel wie ich über Vaginismus. Er geht damit zum Glück sehr gut um, ist geduldig, erwartet aber auch von mir dass ich meine Übungen regelmäßig mache.

Sex haben wir auch oral und manuell, mittlerweile versuchen wir ab und zu miteinander zu schlafen, ganz vorsichtig und mit viel Geduld.
Wenn wir mal ein Erfolgserlebnis hatten, ermutigt er mich weiter und sagt wie stolz er auf mich ist und wenn es mal wieder nicht klappt, ist er meistens sehr verständnisvoll.

Ich weiß dass ich sehr viel Glück mit ihm habe und dass das nicht selbstverständlich ist. Das macht sicher nicht jeder Mann mit.

Liebe Grüße
Sini


#10

Mit meinem Partner bin ich seit gut 8 1/2 Jahren zusammen. Am Anfang unserer Beziehung konnte ich nicht leicht über meine Sexualität reden, bzw. schlecht zugeben, dass ich noch Jungfrau bin (bzw. im Kopf Jungfrau bin :wink: ). Ich habe mit meinem ersten Freund den Verkehr ausprobiert - er kam nicht rein. Ich dachte, es läge an ihm - er war selbst unerfahren. Dann, nachdem die Beziehung scheiterte (es gab andere Gründe), war ich lange nicht in der Lage, wieder eine Beziehung einzugehen. Zu groß der Schmerz über die Trennung, die von ihm ausging. Ich hatte dann eine kleine Affäre mit jemandem, dem ich davon erzählte, dass ich noch nie Sex hatte und es auch nicht funktioniert (bis dahin war ich noch ahnungslos, woran das lag). Er probierte auch vieles aus - es tat weh, brannte, ich blutete noch Tage danach. Ich verliebte mich in der Zeit in einen anderen und ließ ihn nicht ran. Das akzeptierte er nicht. Meinen jetzigen Partner kannte ich da schon, mit ihm kam ich Monate später zusammen. Ein halbes Jahr später offenbarte ich mich ihm. Und - er holte Erkundigungen ein. Sogar im Krankenhaus (wo er den geistreichen Tipp bekam, dass mein Beckenboden zu sehr angespannt sei und ab den Wechseljahren lässt das nach - danke.). Meine Frauenärztin wusste zwar, dass mir die Untersuchungen Schmerzen bereiten, und dort war ich schon paar Jahre zur normalen Untersuchung (ich bin seit meinem 12. Lebensjahr bei der Frauenärztin), aber sie meint, dass anatomisch alles in Ordnung sei. Ich ging wegen etwas anderem zur Psychotherapie und sprach auch dieses Thema beim Erstgespräch mit an. Vor mir saß ein Mann und ich konnte mehr oder weniger gut darüber berichten. Mir war damals zu dem Zeitpunkt schon klar, dass es Vaginismus ist, hatte ich doch schon das Buch von Claudia gekauft, auch ein Dilatorenset aus Silikon hatte ich schon daheim und etwas geübt - das war 2012. Ich kam zu einer angehenden Therapeutin, das Vorgespräch musste nur zwingend mit dem Therapeuten geführt werden, da sie noch an der Uni war. Er bedauerte sogar, dass die interessanten Fälle die angehende Therapeutin bekäme. Ein sehr netter Mann :slight_smile: Wir unterhielten uns über alles, die Therapeutin riet mir auch, erstmal nicht mehr die Dilatoren zu benutzen zwecks des Stresslevels. Wir mussten ja erstmal dahinter kommen, warum mein Körper blockiert. Darauf sind wir auch gekommen… Ende vom Lied: Weiter bin ich trotzdem nicht gekommen, außer dass ich die Ursache kenne. Mit meinem Freund lief nicht mehr viel, teils denke ich, dass die Pillen Schuld waren, denn jetzt habe ich wieder mehr Lust. Er hilft mir, er drängt mich nicht. Klar fallen Spitzen “Hab ja keinen Sex.” - es tut mir auch unendlich Leid, aber bevor ich nicht mit meinem Körper im reinen bin, kann ich da nichts machen. Gut, die Kommunikation hapert auch, ich bin nicht so gut im Gefühle und Wünsche ausdrücken. Aber er gibt mir Zeit. Außerdem denke ich auch langsam an Nachwuchs :wink: Das darf dann schon mal klappen.

Also auch wenn du einem zukünftigen Partner davon erzählst, lasse dich bloß nicht unter Druck setzen, damit stresst du deinen Körper nur noch mehr und dann funktioniert genau gar nix. Ich würde mir niemals ein Ultimatum setzen lassen, eher könnte der Mann gleich wieder gehen…


#11

Hallo Niki,

also ich denke, dass das auf die Beziehung und den Mann und die Absprachen die man als Paar trifft drauf ankommt. Das dein letzter Freund nicht sehr verständnisvoll war und auf Sex scheinbar nicht verzichten will hat hat er ja sehr deutlich gemacht. Dafür war dein vorheriger Freund in den 8 Jahren wohl soweit zufrieden wie ihr euer Intimleben gestaltet habt. Ich denke hier gibt es kein “richtig oder falsch”. Viel mehr glaube ich, dass wir Frauen, die an Vaginismus leiden viel mehr Gedanken darum machen, ob unser Partner jetzt wegen uns auf Sex verzichten muss, weil wir glaube, dass sie es ja nur wegen uns nicht haben können. Dabei gibt es so viele Beziehungen, in denen die Paare auch nicht öfter Sex oder anderen Sex haben, obwohl keiner der beiden Partner eine Sexualstörung hat :wink: das mal neben bei.

Trotz allem verstehe ich deine Unsicherheit und denke, dass offene Worte mit einem möglichen zukünftigen Partner am besten und ehrlichsten sind. Dann kann er sich selbst entscheiden, ob er sich darauf einlässt oder nicht. Dann ist es eine Entscheidung, die ihr zusammen treffen könnt und nicht eine die du für ihn im Voraus triffst.

Kurz zu meiner Erfahrung… Ich bin jetzt auch seit fast 9 Jahren in einer Beziehung. Bevor ich mit meinem jetzigen Freund zusammen kam hatte ich keinen Vaginismus. Ich weis auch erst seit etwa 3 Wochen, dass mein Problem, was sich etwa nach einem Jahr in der Beziehung entwickelt hat, einen Namen hat. Da ich mir inzwischen viele Gedanken um die Anfangsphase meiner Beziehung gemacht habe, bin ich mir sicher, dass mein Vaginismus deshalb entstanden ist, weil ich ihn nicht “enttäuschen” wollte, weil er vorher schon mit seiner Ex schlechte Erfahrungen gemacht hat, weil sie ihm vorgeworfen hat, dass er ihr beim Sex weh tun würde. Darauf hin, hatte er am Anfang unserer Beziehung Errektionsprobleme. Aus Angst, dass das Problem bei ihm dann wieder kommen würde, nachdem wir das nach ca. 2-3 Monaten in den Griff bekommen hatten, hab ich wohl meine Gefühle und das mir der Sex mit ihm unangenehm und teilweise eben schmerzen bereitet hat verdrängt. Er glaub bis heute leider, dass wir in unserem ersten Beziehungsjahr tollen Sex hatten. Na ja, wie du schon geschrieben hast, verändern sich die Gefühle zum Partner wenn man sich nicht durch Intimität genug austauschen kann. Mittlerweile haben wir zwar wieder etwas mehr Intimität durch Oral- und manueller Befriedigung, aber es gab Jahre dazwischen, da war selbst das auf ein Minimum reduziert.

Ich bin wie Julia1 gerade vor der schwierigen Entscheidung ob ich mich trenne oder ob wir noch einen Weg finden (dadurch das ich jetzt ja weis wie ich an meinem Problem arbeiten kann) ein “normales” Sexleben aufzubauen. Leider merke ich immer mehr, dass die Anziehung zu meinem Freund einfach nicht mehr so vorhanden ist und die Angst, dass ich den Vaginismus wenn ich mit ihm zusammen bleibe nicht “los” werde immer stärker wird. Mein Freund ist ein herzens guter Mensch und für mich unglaublich wichtig, aber so langsam merke ich leider, dass es nur noch freundschaftliche Gefühle sind…

Alles liebe Zimit


#12

@Zimti

Fass dir doch mal ein Herz und überlege für dich wie wichtig dir dein Partner ist. Wenn du das Gefühl hast, dass er dir wichtig ist und es sich zu kämpfen lohnt, informier dich mal über Paar- und Sexualtherapie.
Ich habe bezüglich des Vaginismus recherchiert und rausgefunden, dass beide Therapien eng zusammen gehören und dass die meisten Therapeuten beides anbieten.
Bei der Paartherapie geht es dann auch darum an seiner Beziehung zu arbeiten. Vor allem bei langjährigen Beziehungen lohnt sich das sicherlich (sofern sich beide für den Partner entscheiden).

Meine Frauenärztin würde mir sogar ein Rezept für Sexualtherapie ausstellen. Frag doch deine Ärztin mal, ob sie das auch macht.

Wünsche dir alles Gute und hoffe, dass ihr die für euch richtige Entscheidung trefft.

Schöne Grüße CoLa


#13

@CoLa

Ich bin leider in den letzten Jahren immer wieder am Zweifeln der Beziehung gewesen und durch das letzte Jahr bin ich mittlerweile wirklich an den Punkt gelangt, dass ich mich erstmal trennen muss um mich mal um meinen Kram zu kümmern. Ich seh für uns als Paar leider keine Zukunft mehr :expressionless: ich hat trotzdem riesige Angst mit ihm zu reden und dann den Schlussstrich zu ziehen. Das wird noch ziemlich hart werden…:anguished:


#14

@Zimti
Dann wünsche ich dir alles Gute und viel Kraft für das Gespräch!
Schöne Grüße CoLa


#15

Hallo zusammen,
Ich heirate in 16 Tagen mein Partner mit dem ich recht kurz zusammen bin. 2,5 Jahre :slight_smile: der Sex hat am Anfang viel Spaß gemacht, wir konnten uns gut entspannen. Seit ich aber Endometriose habe ist alles nicht mehr so leicht.

Ich habe schon lange eine sehr enge Scheide aber ich habe mich daran gewöhnt, dass der Start sehr weh tut. Nach dem ersten Orgasmus ist es schön. Nur wurde ich immer enger.

Im Moment haben wir wenig Sex, denn er stresst meinen Partner. Ich bin bereit die Schmerzen für den Sex hinzunehmen, er hat Angst mir weh zu tun. Am Anfang braucht er immer etwas Zeit bis wir uns anfassen können, ich brauche aber eigentlich eher das Anfassen, um mich zu entspannen. Sagen wir, wir haben gerade ein Problem unsere Bedürfnisse aufeinander zu kriegen. Zudem hat er ADHS. Also wenn er kurz merkt erst hat Lust, kann schon eine Minute später abgelenkt und desinteressiert sein.

Es ist schwierig aber es ist okay und ich würde trotzdem gern eine Sexualtherapie anfangen, damit wir uns wieder “verstehen”.


#16

Ach ja, warum probiert ihr nicht mal Analsex? Den Po kann man auch ganz entspannt weiten und mit klitoraler Stimulation ist es sehr schön!


#17

Hallo zusammen,

An die, welche wegen Ihrer Beziehung zweifeln: Ich kann nicht beurteilen wie es euch geht und was das Beste für euch ist. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass der Vaginismus euch jaaa nicht am Partner festhalten soll, wenn alles andere nicht mehr stimmt und ihr nur Angst habt euch dann einem neuen Partner anzuvertrauen oder so. Davon hatte ich auch Angst, aber nun habe ich einen Freund der noch verständnisvoller ist als mein Exfreund und alles läuft wie geschmiert. Und ich hoffe natürlich, dass dies auch noch lange so bleibt und es ihm sexuell nicht auch plötzlich zu wenig ist! Ich denke auch, dass es da ganz unterschiedlich ist wie welcher Mann damit umgeht.
Und ich habe auch gelernt, dass es auch positive Seiten gibt wenn man in keiner Beziehung ist. Man hat keinen Druck (ausser vielleicht von sich selbst) und hat mehr Zeit, um sich für sich selber Zeit zu nehmen und um Übungen zu machen.

Bezüglich dem Sex: hatte ich bis jetzt oral, manuell und auch schon Anal. Aber wir machen es ganz oft auch so (war ein Tipp meiner Therapeutin), dass ich (zB ich oben, aber eigentlich ists egal in welcher Stellung) meine Vagina, also nur das Äussere, an seinem Penis reibe. Wir haben gemerkt, dass dies beiden grosse Lust bereitet und mir damit und mit ein wenig Abwechslung mehr als zufrieden sind! Vielleicht ist das auch etwas für den einen oder anderen von euch. Ich weiss aber ja natürlich nicht, wie das für euch ist und dies vielleicht für einige schon zu viel “auslöst” (evtl. eine gewisse Angst, weil der Penis ganz in der Nähe der Vagina ist etc.).

Liebe Grüsse


#18

Hallo zusammen,
ich habe das große Glück, dass mein Freund auch Jungfrau ist. WIr sind seit 5 Jahren ein Paar und hatten anfangs die Auffassung vor der Ehe keinen richtigen Sex zu haben. Jedoch haben wir uns schon immer oral und manuell befriedigt. Irgendwann wurde das Verlangen nach Sex aber zu groß. Also fingen wir an es zu versuchen, jedoch bis heute ohne Erfolg. Da mein Freund aber auch unerfahren ist, setzt er mich absolut null unter Druck. Er hat volles Verständnis für mich und beruhigt mich immer wenn ich am Boden und verzweifelt bin. Wir haben trotzdem viel Spaß im Bett und seit kurzem sitze ich oben auf ihm und reibe meine Klitoris und Vagina an seinen Penis, was auch für uns beide sehr lustvoll ist und dem Gefühl von Sex am nächsten kommt. Ich liebe ihn sehr und würde so gerne dieses innige Gefühl der Vereinigung mit ihm haben und hoffe nun endlich dieses Problem zu besiegen. Allen anderen die deswegen Probleme mit ihrem Partner haben, kann ich nur sagen: Gebt die Hoffnung nicht auf, der richtige Mann der dich wirklich liebt, wird auch bereit sein das mit dir gemeinsam durchzustehen.

Liebe Grüße


#19

Halli
Ich weiß nicht ob und wie man privat schreiben kann deswegen schreibe ich hier…
Ich weiß es ist ein sehr Intimesthema was Analsex angeht aber ich habe mich selbst mal im Internet informiert und hab halt auch viel gelesen das mal was reißen kann oder allgemein das es ungesund ist… außerdem hätte ich die Sorge das irgendwas zu sehen ist oder so
Kannst du mir vielleicht aus eigener Erfahrung sagen ob man im Nachhinein irgendwelche Probleme hat oder sonstiges?


#20

Hey, tut mir leid, dass ich so viel später schreibe. Ich hatte nicht oft Analsex, vielleicht 5x oder so aber bisher hatte ich nachträglich keine Probleme oder Schmerzen.
LG!