Hallihallo - Meine Geschichte: Vaginismus, schmerzhafte Risse oder Jungfernhäutchen?


#1

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und möchte mich auch kurz vorstellen. :slightly_smiling_face:
Vorab: Ich bin mir nicht sicher, ob ich an Vaginismus leide, eine Diagnose habe ich nie bekommen aber ich erkenne mich in so vielen Berichten hier wieder. Irgendwie traurig und schön zugleich.

Ich bin 27 und leide wohl schon immer mehr oder weniger an Vaginismus. Als ich vor einiger Zeit durch meine eigene Google-Recherche und das Lesen in zig Foren auf den Begriff “Vaginismus” gestoßen bin und die ersten Erfahrungsberichte von Betroffenen gelesen habe, saß ich erst einmal weinend vor dem Laptop. Ich kann gar nicht genau sagen, was ich in diesem Moment gefühlt habe - Erleichterung, dass ich nicht die Einzige bin mit diesen Beschwerden, Freude, dass das Problem scheinbar zu lösen ist aber auch Angst, dass das Ganze durch diese “Krankheit” so greifbar wurde und ich den Gedanken “das gibt sich mit der Zeit schon von alleine” wohl endgültig loslassen muss.

Vorher hatte ich einen kleinen Frauenarzt-Marathon hinter mir, Tampons konnte ich leider noch nie benutzen und auch die gynäkologische Untersuchung ist bislang nicht möglich - Symptome sind die gleichen wie beim Versuch Sex zu haben: stechende Schmerzen, es fühlt sich an als würde man versuchen, ein Messer einzuführen und funktioniert auch einfach nicht. Lange Geschichte kurz: alle Ärztinnen waren mehr oder weniger verständnisvoll und ich bekam nur zu hören ich solle mich einfach entspannen.
Mein Highlight: Eine Ärztin versuchte es so grob mit einem Ohrenstäbchen, dass ich anfing zu bluten und schimpfte regelrecht mit mir, bevor sie mich mit den Worten dass ich am Besten vergessen sollte, mit meinem Freund schlafen zu können aus dem Untersuchungszimmer komplimentierte - ich bin direkt vor der Praxis in Tränen ausgebrochen.

Meine aktuelle Frauenärztin ist sehr verständnisvoll, meinte aber wenn weitere Versuche mit meinem Freund zu schlafen scheitern (ihre Tipps: Zeit lassen, regelmäßig eine bestimmte Creme benutzen, um die Schleimhäute geschmeidiger zu machen und Gleitgel) könnte es an einem zu straffen/festen Jungfernhäutchen liegen und das könne in einem kurzen Eingriff in der Klinik behoben werden. Mittlerweile bin ich soweit, das einfach über mich ergehen zu lassen, allerdings habe ich meine Zweifel, ob das mein Problem lösen wird?
Alles was bisher festgestellt werden konnte, sind kleine Risse am Damm - eventuell hängen die Schmerzen auch damit zusammen aber könnten die Risse nicht vielleicht auch durch Vaginismus ausgelöst werden?

Ich schwanke immer zwischen Verdrängen des Problems, totaler Frustration und dann wieder Motivation, es doch irgendwie zu schaffen.
Mich belastet das Thema sehr, auch da ich mit niemandem darüber sprechen kann weil ich mich dafür schäme und das Problem nun einfach schon so lange mit mir rumschleppe, ohne dass jemand etwas ahnt. Einige von euch kennen sicher den unangenehmen Moment wenn das Thema in der Runde unter Freunden auf sexuelle Erfahrungen kommt und man einfach nur still wird, hofft dass niemand etwas merkt oder versucht das Thema zu wechseln. Wer ist heute schon noch jahrelang ohne Sex in einer Beziehung?
Auch die Beziehung zu meinem Freund leidet natürlich zunehmend darunter obwohl er sehr verständnisvoll und geduldig ist. Ich wünsche mir einfach nur “normal” zu sein und all diese Probleme hinter mir zu lassen.

Ich habe vor, mich für eine “Vaginismus-Therapie” anzumelden und sehe das aktuell als meine letzte Chance… ich habe große Hoffnung aber gleichzeitig auch große Angst, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin und mich damit arrangieren muss, nie Sex haben zu können und dadurch letztendlich auch meinen Freund und den Traum einer Familie aufgeben zu müssen.

So, Seelenstriptease beendet - alle die es interessiert werde ich hier weiter auf dem Laufenden halten. :blush:

Liebe Grüße!


#2

Liebe Gluecksmomente,

herzlich willkommen und danke für deinen Mut dein Schweigen zu beenden.
Du bist ganz und gar kein hoffnungsloser Fall. So wie keine von uns. Sonst wären wir nicht hier :slight_smile: Schon die Tatsache dass du hier ist, zeigt dass du es angehen willst und dass du nicht damit abfinden willst. Gut so! Und das solltest du auch nicht. Keine Frau sollte sich damit abfinden müssen, nur weil es noch so wenige Spezialisten dafür gibt.
Ich war bei sehr wenigen Gynäkologen, weil ich zu denen einfach kein Vertrauen hatte und ich keine Lust mehr hatte auf die dummen Sprüche.
Das was du erlebt hast ist einfach furchtbar. Wie ist es möglich, dass eine Frau eine andere so behandelt nur weil sie inkompetent ist.
Versuch es zu vergessen. Es gibt auch andere!
Als ich dann vor 2 Jahren dann doch wieder zu einer Frauenärztin ging war die einzige Lösung, die sie mir anbot auch die OP. Sie wollte mich in Narkose dehnen und den Eingang der Vagina einschneiden und locker zusammennähen. Gott sei Dank war sie keine Chirurgin und schickte mich zum Kollegen nebenan. Dieser hat mich dann untersucht und gemeint, das würde überhaupt nichts bringen und ich würde das alleine schaffen, denn anatomisch sei alles in Ordnung (ich war vorher bei einer Sexualtherapeutin, die mir geholfen hat beim Einführen eines Fingers und dann auch eines Tampons. Das war vielleicht ein Highlight. Ich hab gejubelt vor Freude.
Versuche eine Frauenärztin zu finden, die Erfahrung hat mit Behandlung von Vulvodynie oder Vaginsmus oder ganz allgemein mit sexuellen Funktionsstörungen. Du solltest die OP nicht aus Verzweiflung machen, sondern nur aus einem Grund: weil du gut und kompetent informiert wurdest und überzeugt davon bist, dass es dir hilft
liebe Grüsse
Yvonne


#3

Liebe Gluecksmomente

Schön dass du den Weg ins Forum gefunden hast :slight_smile:
Ich habe mich in deinem Text mehrfach wiedererkannt. Als ich vor ca. 4 Jahren das Internet durchsuchte um herauszufinden was bei mir genau das Problem ist, sass ich auch weinend vor dem Laptop, als ich auf den Begriff “Vaginismus” stiess. Ich denke so ging es auch ganz vielen anderen. Wie du schreibst einerseits ist man erleichtert einen Namen für die eigenen Beschwerden zu haben, zu wissen dass man nicht die einzige ist, andererseits macht es aber auch Angst, da das “Problem” dadurch richtig real wird.

Im Gegensatz zu dir hatte ich das Glück gleich eine tolle, verständnisvolle Frauenärztin zu finden und musste nicht lange Suchen. Aber wie bei dir sagte sie mir, dass mein Jungfernhäutchen zu fest sei, es war bei mehreren Versuchen mit meinem Freund zu schlafen nur ganz leicht eingerissen. Ich ging davon aus, dass durch eine Operation alle Probleme behoben werden und willigte ein. Vor ca. 4 Jahren liess ich mir also operativ das Jungfernhäutchen einschneiden. Ob ich es wieder machen würde, weiss icht nicht.
Der Eingriff hat mir sicher etwas geracht, da ich danach einen Finger einführen konnte. Das klingt zwar nach wenig, war für mich aber schon eine grosse Sache, da ich vorher weder einen Tampon, Finger noch sonst etwas einführen konnte. Natürlich gab es bei mir dann auch schnell die grosse Ernüchternung, da es auch nach der Operation und mit langsamen herantasten mit dem Sex nicht klappte. Darum bin ich mir nun unsicher, ob ich die OP empfehlen würde oder nicht. Wenn ich mich an vorher erinnere, habe ich das Gefühl, dass ich es ohne OP nie geschafft hätte etwas in mich einzuführen, aber vielleicht hätte es mit den richtigen Übungen schon auch geklappt. Ich habe aber irgendwie schon das Gefühl, dass ich an Vaginismus leide, da mein Jungfernhäutchen zu fest war und dadruch mein “erstes Mal” (also wohl eher der Versuch) extrem schmerzhaft war.

Lange Rede kurzer Sinn, ich würde mir überlegen, ob es bei dir wirklich am Jungerfernhäutchen liegt (ist einfacher gesagt als getan, ich weiss) und wenn du wirklich denkst, dass es daran liegt, würde dir die OP sicher helfen. Ich würde mir aber nicht zu viel Hoffnung machen, also nicht davon ausgehen, dass dadurch alle Probleme gelöst werden. Aber wenn es für dich ein hilfreicher Anfang wäre danach vielleicht einen Finger oder sogar einen Tampon einführen zu können und es mit den Kosten machbar wäre, kannst du es dir schon überlegen.

Auch die Situation die du beschreibst wenn Freunde über sexuelle Erfahrungen sprechen, kenne ich leider sehr gut. Ich habe mich bis jetzt noch niemandem, ausser meinem Freund, anvertraut und merke, dass ich gerne mit jemandem persönlich darüber sprechen würde, getraue mich aber nicht mich einer Freundin anzuvertrauen. Deshalb finde ich das Forum eine tolle Sache, aber man hat oft doch nicht die Zeit so aktiv zu sein wie man gerne wäre oder das Forum “schläft” mal wieder vorübergehend ein wenig ein.

Hast du bereits eine Therapie oder Übungen gemacht oder beginnst du ganz neu damit? Hast du schon eine Idee was du machen möchtest? Ich kann dir z.B. Physiotherapie in einem Beckenbodenzentrum sehr empfehlen. Aber was bei mir hilft, muss nicht für dich die passende Methode sein. Am besten du probierst etwas aus und lässt dich nicht entmutigen, falls es nicht das richtige ist :slight_smile:

Ich weiss es ist manchmal schwer, aber mach dich nicht selber fertig. Du bist sicher kein hoffnungsloser Fall, wir Frauen in diesem Forum teilen nur leider das Schicksal, hart für unser Sexleben arbeiten zu müssen. Aber ich hoffe du findest hier neue Kraft, Motivation und Unterstützung um dran zu bleiben und immer mehr Fortschritte zu machen.

Ich freue mich darauf wieder von dir zu hören und hoffe mein Beitrag zu deinem Thema ist für dich zumindest ein wenig hilfreich :wink:

Liebe Grüsse
Julia


#4

Liebe @ivi, liebe @Julia1,

danke für eure lieben Worte - tut gut zu lesen, dass man damit nicht so alleine ist, wie es sich im Alltag manchmal anfühlt. :slight_smile:

Also “in Narkose dehnen, einschneiden und wieder zunähen” klingt aber auch wirklich übel - gut, dass du dem entgangen bist, Ivi! :flushed:
Vielen Dank auch für die Infos zu deiner OP Julia - ist natürlich schwer zu beurteilen, ob das nun für mich der richtige Weg ist oder nicht. Schon alleine einen Finger oder Tampon einführen zu können wäre ein riesiger Fortschritt für mich (kann dein Jubeln also gut nachvollziehen Ivi), ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich dabei irgendwie “Hemmungen” habe.

Eine Therapie oder spezielle Übungen habe ich bisher noch nicht gemacht, ich habe vor einiger Zeit speziell nach Beckenbodenübungen etc. gegoogelt aber das hat mich insgesamt eher überfordert und abgeschreckt. Ich habe versucht, die Übungen zu machen, habe aber ehrlich gesagt keine Ahnung, wo meine Beckenodenmuskeln genau sind, geschweigedenn wie ich sie an- oder entspannen soll und war dadurch sehr schnell wieder entmutig… Aktuell mache ich also gar nichts, auch unsere Versuche Sex zu haben, haben wir erst einmal eingestellt.
Ich werde allerdings so bald wie möglich eine spezielle “Vaginismus-Therapie” beginnen und hoffe, dass mir das weiterhelfen wird. Ich glaube ich brauche zumindest am Anfang diese Unterstützung und Begleitung bei den Übungen, egal wie unangenehm das vielleicht wird. :slight_smile:

Liebe Grüße und schöne Ostertage! :hatching_chick:


#5

Hallo liebe Glücksmomente,

Also für das Kennenlernen deines Beckenbodens hat mir das Buch von Claudia Amherd sehr geholfen. Die Übungen sind Schritt für Schritt und man lernt sich mit seinem Körper und seiner Sexualität auseinander. Vielleicht wird es dir auch helfen.
Ansonsten könnte auch Yoga oder Physiotherapie helfen um dein Körpergefühl zu verbessern.
Und deine Hemmungen kann ich sehr gut nachempfinden, so geht es mir auch. Dadurch das man immer Schmerzen beim Einführen eines Tampons oder beim GV hat, wartet man ja mehr oder weniger auch darauf das es weh tut. Irgendwann möchte man dann einfach gar nichts mehr einführen oder probieren.
Aber dadurch wird es natürlich auch nicht besser…
Ich glaube aber das Buch wird dir fürs erste schon eine gute Hilfe sein :slight_smile:

Viele Grüße
Cinderella


#6

Hallo @Cinderella,

vielen Dank für den Tipp, ich bin insgesamt noch sehr überfordert damit, was ich genau tun kann/soll/muss, da es scheinbar auch so viele verschiedene Ansätze gibt. Das Buch habe ich direkt bestellt und hoffe, dass es mir etwas weiterhilft. :slight_smile:

Ich habe schon an anderer Stelle im Forum einen Beitrag von dir gesehen und finde es übrigens super, dass du (als einzige?) ein Profilbild eingestellt hast. Es ist echt schade, dass dieses Thema so totgeschwiegen wird und es dadurch auch so lange dauert, bis man sich quasi selbst diagnostiziert hat. Ich selbst schäme mich leider für meine “Unfähigkeit” und hätte zu viel Sorge, dass mich hier jemand erkennt aber ich bewundere, wie offen du damit umgehst! :blush:

Liebe Grüße
Glücksmomente


#7

…über den Link in deinem Thema bin ich gerade darauf gestoßen:

“Die Schleimhaut ist häufig gereizt, rötlich, violett gefärbt und geschwollen. Manchmal bilden sich Fissuren, meist nach einer Penetration, beim hinteren Scheideneingang.

Das beschreibt genau mein Problem mit den Rissen, die sich bei mir leider bilden. Eventuell bin ich also auf davon betroffen. Wisst ihr ob das weitere Vorgehen trotzdem das gleiche ist wie bei Vaginismus?


#8

Erstmal vielen Dank für das Kompliment mit dem Bild :slight_smile:
Mich stört es gar nicht, falls mich jemand kennen(erkennen) sollte. Da ich mich gar nicht für den Vaginismus schäme oder generell sich gar keine von uns verstecken muss. Desto eher man ohne Tabus drüber spricht desto eher haben andere Nichtbetroffene vielleicht sogar Verständnis dafür.
Auch in meinem familiären Umfeld spreche ich !mittlerweile! sehr offen und auch gerne über die weibliche Sexualität, da ich das Gefühl habe, dass wir Frauen immer noch ein größeres Tabuthema sind.

Und zu meinem LR Thema: Wenn du passende Symptome erkennst, mach einen FA Termin und sprich Lichen Ruber mal ganz gezielt hat. In einer Dysplasie Sprechstunde kann man mit einer Gewebeprobe mehr herausfinden. Die Wunde von der Hautentnahme verheilt auch innerhalb 4-7 Tagen wieder. Davor brauchst du keine Angst haben.
Bevor du dich selber verrückt machen solltest, am besten direkt nach den Feiertagen mal einen Termin bei deiner FA ausmachen und drüber sprechen. :slight_smile:
Und zur Behandlung: Mir wurde bis nach der Kortison Behandlung von Diletatoren vorerst ganz abgeraten, da die Risse nur mehr und damit auch die Vernarbungen mehr werden. Wie sich die Thematik bei mir entwickelt kann ich erst in ca 6 Wochen sagen, wenn ich zur Kontrolle war. Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.
Wenn du erstmal nicht mit Delitatoren üben möchtest, mach doch erstmal zum Einstieg Dehn- und Entspannungsübungen für die Beine und den Beckenboden. Damit trittst du aufjedenfall nicht auf der Stelle bis zu deinem FA Termin :slight_smile:

Lg
Cinderella


#9

Hi @Cinderella,

gerne! :slight_smile:
Das Zitat von mir stammt von einer Unterseite zu “Vulvodynie” zu meiner Frauenärztin werde ich deshalb erst einmal nicht mehr gehen, da ich ziemlich frustriert von der bisherigen Beratung bin. Das einzige, dass sie mir nach alle den Jahren empfehlen konnte war eine OP um das Hymen zu durchtrennen - kein Wort zu Vaginismus etc. Darum denke ich nicht, dass sie mir weiterhelfen kann wenn ich mit einer Selbstdiagnose auf der Matte stehe.
Ich habe mir eine Trainings-Routine (Entspannung) zusammengestellt und werde jetzt damit üben.

Trotzdem danke für die Tipps und ich bin gespannt wie sich bei dir alles weiterentwickelt! :slight_smile:


#10

Kurzes Update:

Ich habe jetzt eine Rückmeldung von der Vaginismus-Therapie, die ich gerne beginnen möchte. Die Kosten müssen allerdings leider selber getragen werden und betragen - ausgehend von 3 Sitzungen (empfohlen) - ca. 1800 €.
Zur Größenordnung: Das sind für Studenten wie mich 3-4 Monatsgehälter. Ich werde auf jeden Fall sollte es für mich in Frage kommen anmerken, ob es nicht möglich ist, darüber nachzudenken, “Geringverdiener/Studenten” zu berücksichtigen.

Wenn ich wüsste, dass es mir weiterhilft, wäre es mir das Geld auf jeden Fall wert… ich werde mir meine Gedanken darüber machen und hier weiter berichten. :slight_smile:


#11

Hallo @Gluecksmomente,

du sprichst mir aus der Seele. Diese Hin-und Hergerissenheit zwischen Verdrängen und Motivation kenne ich nur zu gut. Aber ich freue mich, dass du dem Problem den Kampf ansagen willst und hoffe, dass wir uns hier gegenseitig motivieren können.

Ich hatte ja unter meine Thread schon nach den Kosten gefragt und bin grad fast vom Stuhl gefallen. 1800 Euro??? Das kann doch nicht ihr ernst sein. Ich bin von vielleicht von 90 Euro pro Sitzung ausgegangen, was ich auch schon viel finde. Aber das sind z.b. die Preise von Sexualtherapeuten oder Physiotherapeuten.
Weißt du wie sich dieser Preis zusammensetzt? Ich bin grad erst mit dem Studium fertig geworden und kann mir das im besten Willen nicht leisten im Moment. Aber bei dem Preis will ich dann auch eine Garantie, dass es bei mir klappt.
Da ich aber viele gute Bewertungen gelesen habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand so viel Geld bezahlt und das versprochene Resultat nicht bekommt.

Danke dir für die Info, aber ich denke letztenendes würde ich das Geld auch investieren. Dann fang ich mal an zu sparen. :frowning:


#12

Hi @tini12, ich denke eine “Erfolgsgarantie” wird es nicht geben - das geht ja leider auch nicht, da jeder unterschiedlich tickt und der Erfolg vermutlich von vielen Faktoren abhängt.
Für mich ist es auch wahnsinnig viel Geld - ich bin bei entsprechender Hilfe auf jeden Fall bereit, etwas zu investieren aber wenn man z.B. noch die Anfahrts- + Hotelkosten dazurechnet, ist das schon happig…
Wie sich der Preis zusammensetzt weiß ich nicht, bzw. weiß ich nur, dass es 3 Sitzungen à 90 Minuten sind. Jeweils Gespräche, Übungen etc.

Leider habe ich bisher nur 4 Therapien dieser Art gefunden: Diese, dann die in New York, eine in den Niederlanden (da weiß ich aber keinen Preis) und die von Claudia auf Mallorca (habe schon vor einiger Zeit eine Anfrage geschickt aber bisher noch keine Rückmeldung erhalten).


#13

Heute ist mein Dilatoren-Set (Amielle comfort) angekommen und ich habe bei dem Gedanken “das soll funktionieren? Wie soll ich diese Teile bitte in mich reinstecken können?” erst mal einen Schreck bekommen :joy:

Das ist dann aber gleich verflogen und ich habe mal ganz neugierig den Kleinsten ausprobiert. Mehr als ansetzen ist bei mir allerdings nicht drin, es fühlt sich schon bei leichtem Druck irgendwie falsch an, ein leichtes Brennen/unangenehmes Gefühl spüre ich auch. Ich habe gelesen, dass es ganz normal ist, dass man anfangs vielleicht nur die Spitze einführen kann - das beruhigt mich und ich gebe mir Zeit. Vielleicht muss ich auch einfach mal mehr Druck ausüben, um zu merken, ob Stelle & Winkel stimmen… :thinking:
Ich muss nämlich zugeben, dass ich mir dadurch, dass ich leider auch nie Tampons benutzen konnte, unsicher bin, ob ich überhaupt an der richtigen Stelle und in die richtige Richtung drücke.

Deshalb denke ich, wäre zumindest für den Anfang ein “begleitetes Üben” ideal für mich, da ich doch oft Angst habe, etwas falsch zu machen oder mich zu verletzen. :slight_smile:


#14

@Gluecksmomente
guck mal in diesen Beitrag. Ganz am Anfang (und auch im weiteren Verlauf) wird von der Therapie in den Niederlanden berichtet, die wohl von der deutschen Krankenkasse übernommen werden soll:

Viel Erfog

CoLa


Wer hat interesse an einer Motivationsgruppe?
#15

Danke für den Hinweis, das war tatsächlich einer meiner ersten Beiträge, die ich nach meiner Anmeldung hier gelesen habe. :slight_smile:
Klingt super nur leider bin ich dafür nicht zeitlich flexibel genug, man hat scheinbar alle 2-3 Wochen eine von insgesamt 5-12 Terminen… :confused:

Ich bin also weiterhin auf der Suche und auch gerade dabei, eine Info-Liste zusammenzustellen. Die werde ich bei Gelegenheit auch mal hier ins Forum stellen, vielleicht erspart sich die nächste so die ewige Recherche. :slight_smile:


#16

Liebe @Gluecksmomente

Ich habe dir bei einem anderen Beitrag bereits Tipps beschrieben, aber mir hier beim nochmaligen Lesen gerade noch etwas eingefallen.

Bevor ich in die Physiotherapie ging, war ich über mehrere Monate bei einer Sexualtherapeutin. Ich machte auch bei ihr Fortschritte (aber nicht so viele wie in der Physio). Bevor ich zu ihr ging, konnte ich manchmal einen Finger einführen, aber auch nur selten und hatte Probleme den Beckenboden wahrzunehmen. In der Therapie startete ich bald auch mit den Dilatoren. Die Therapeutin zeigte mir verschiedene Dilatorensets, ich habe mich danach bewusst nicht für das Amielle Comfort Set entschieden, obwohl es oft empfohlen wird. Mir waren die Dilatoren zu hart und statisch, es schien mir unvorstellbar diese in mich einzuführen. Heute weiss ich, dass es sicher auch mit diesem Set geklappt hätte, bin aber mit meiner Wahl trotzdem noch sehr zufrieden. Meine Dilatoren sind von Vagiwell, sie sind aus Silikon und jeder in einer anderen Farbe, was auf mich irgendwie “freundlicher” wirkte.

Naja egal, was ich eigentlich erzählen wollte: Die Sexualtherapeutin sagte mir, dass es nicht wichtig ist, dass ich die Dilatoren sofort einführen kann. Ich solle mich auch daran gewöhnen mit meiner Vagina in Kontakt zu treten. Es kann dabei hilfreich sein den kleinsten Dilator oder auch einen/mehrere Finger einfach auf die Scheide zu legen, ohne Versuch etwas einzuführen. Damit man sich zunächst überhaupt an Berührungen in diesem Bereich gewöhnt und es etwas normales wird. Das habe ich dann auch so gemacht. Ich habe den Dilator manchmal mit der Spitze an den Eingang der Vagina gelegt (ohne Druck auszuüben) oder auch der länge nach, also so dass ich möglichst viel Körperkontakt mit dem Dilator hatte.

Jetzt habe ich wieder viel mehr geschrieben, als eigentlich geplant :wink: Ich hoffe es hilft dir.
Liebe Grüsse
Julia


#17

Hier kommt mal wieder ein Update von mir. :slight_smile:

Ich habe es jetzt mit Unterstützung einer Vaginismus-Therapie geschafft, einen Finger und den ersten und zweiten Dilator eines 4er-Sets einzuführen. Dabei kann ich jetzt auch erkennen, wann ich auf den Beckenboden stoße (Widerstand) und spüre ab diesem Punkt beim Einführen ein brennendes Gefühl.
Toll war aber die Erfahrung, dass es körperlich generell möglich ist, etwas einzuführen und auch zu spüren, dass der hintere Teil hinter den Beckenbodenmuskeln recht unempfindlich ist und man an dieser Stelle eigentlich keine Beschwerden hat.

Wenn hier im Forum die Rede davon ist, Dilatoren “problemlos” einzuführen, habt ihr dann auch dieses brennende Gefühl? Oder spürt ihr dabei wirklich nichts?

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit der Behandlung weitergeht und hoffe, dass ich die Aufgaben gut in meinen Alltag integrieren kann und irgendwann auch das Brennen verschwindet.

Über Tipps & Erfahrungen freue ich mich! :slight_smile: