Hallo an alle Leidensgenossinnen!


#1

Hallo ihr Lieben, auch ich bin neu hier und habe endlich den Mut gefunden, mich mit meinem Problem auseinanderzusetzen. Ich bin 26 Jahre alt und weiß seit ca. 7 Jahren, dass ich unter Vaginismus leide. Ich habe nie Tampons benutzt und auch das Bedürfnis mir einen Finger einzuführen war nie da. Genau genommen habe ich nie verstanden, was daran toll sein soll, ohne es je ausprobiert zu haben. Anscheinend habe ich im Kopf schon eine Abneigung gespürt. Nun bin ich seit 5 Jahren mit meinem Freund zusammen und das Thema Sex spielt natürlich eine große Rolle. Mein Freund ist zum Glück sehr verständnisvoll und wir hatten uns bisher immer auf anderen Wegen befriedigt, so dass ich das Thema gut verdrängen konnte. Nun möchten wir allerdings nächstes Jahr heiraten und allein der Gedanke stresst mich, weil ich so gerne mit ihm schlafen will und mich wie eine Frau fühlen will. Aber leider geht das im Moment absolut nicht. Auch der Kinderwunsch spielt in naher Zukunft eine Rolle.
Nun zu meinen Beschwerden: einen Tampon kann ich eigentlich problemlos einführen, nur mache ich das nur, wenn das absolut notwendig ist, da es zwar nicht wehtut aber doch unangenehm ist. Wenn der Tampon einmal drin ist spür ich nichts mehr, aber das ein- und ausführen fühlt sich einfach mega unangenehm an. Ich war bisher nur einmal bei einer FÄ, die null Verständnis für mich hatte und ich hatte die schlimmsten Schmerzen überhaupt bei der Untersuchung, so dass ich mich seitdem nicht mehr getraut habe zu einer FÄ zu gehen. Ich hatte bisher natürlich noch nie Geschlechtsverkehr. Erst gestern haben ich und mein Freund es wieder versucht. Er schafft es 1-2 Finger einzuführen, aber wie beim Tampon ist es einfach super unangenehm und ich spüre nichts mehr sobald er drin ist (also im negativen SInne). Ich merke nur das Druckgefühl und Brennen aber gar keine Lust.
Ich bin so froh, dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin und es motiviert mich sehr eure Geschichten zu hören. Ich möchte mein Problem endlich in Angriff nehmen und hoffe sehr, dass ich erfolgreich bin. Ich habe eine Frauenärztin in Heinsberg entdeckt ( Dr. Reeve) , die Frauen mit Vaginismus behandelt und auch gute Bewertungen gelesen. Viele schreiben, dass sie bereits nach der 2. Sitzung schmerzfreien Sex haben konnten. Habt ihr Erfahrungen mit solchen Ärzten?

Vielen Dank und Viel Glück euch allen!!


#2

Hallo Tini,
ich habe von dieser Ärztin auch schon gelesen- glaube aber nicht so recht daran, was die Leute da so schreiben. Entweder hatten die gar keinen richtigen Vaginismus oder die Ärztin ist wirklich eine Wunderheilerin. Ich war bis jetzt einem Arzt, einer Therapeutin, einer Heilpraktikerin und einer Osteopathin - zuvor nur bei “normalen” Ärzten. Bei allen habe ich mir ein Wunder erhofft, was jedoch nicht eingetreten ist. Allerdings habe ich jedes Mal neue Erkenntnisse für mich selbst mitgenommen. Das viele Geld, was ich bis jetzt alles ausgegeben habe, war also nicht komplett zum Fenster raus geworfen.
Komplett umsonst wird es also nicht sein, wenn du da hin gehst.
Liebe Grüße
Veronika


#3

Hallo Veronika,

danke für deine Antwort. Ich bin auch sehr skeptisch, was diese Ärzte angeht. Aber auch wenn ich mir keine Wunderheilung nach 2 Sitzungen vorstellen kann, erhoffe ich mir doch, dass sie mir zeigen kann, wie ich zuhause üben kann. Ich bin komplette Anfängerin und habe weder das Buch noch das Dilatoren- Set bis jetzt. Irgendwie trau ich mich da alleine nicht ran und hoffe, dass sie mir die Angst vor den Übungen nehmen kann. Ich weiß z.b. nicht, ob ich den Beckenboden überhaupt richtig spüre. Es gibt ja leider viele schwarze Schafe, die diese Krankheit nutzen, um verzweifelten Frauen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Generell finde ich es echt unverschämt, wie teuer die Therapien sind und das die Krankenkasse nichts übernimmt außer die Dilatoren, obwohl Vaginismus als anerkannte Diagnose in den ICD-10 Schlüssel aufgenommen wurde. Im Moment lässt es meine finanzielle Situation nicht zu so eine kostspielige Therapie anzufangen. Aber ich denke Mitte des Jahres werde ich das mal versuchen und natürlich davon berichten.

Ich wünsche dir viel Erfolg mit deiner Therapie!
Liebe Grüße
Tini


#4

Hallo tini,… ich denke du solltest dir das Buch von Claudia kaufen. Ich habe es auch und finde es sehr gut. Es ist das einzige wodurch ich endlich die ersten Fortschritte machen konnte. Und da habe ich wirklich sehr sehr lange nach Infos und Hilfe gesucht. Also nur eine Empfehlung von mir! :blush:


#5

Hallo @tini12,

mir geht es genauso wie dir, nur dass ich noch viel unfähiger bin :sweat_smile: Bei mir ist nicht einmal das Einführen eines Tampons oder Fingers möglich…
Ich bin auch über diese Therapie gestolpert und die Anfrage für einen ersten Termin ist schon raus. Gern kann ich dann mal von meinen Erfahrungen berichten - alleine Tampons benutzen zu können wäre ein großer Gewinn an Lebensqualität für mich. :blush:

Ansonsten habe ich bisher nur ein Programm in den USA (New York) entdeckt, dass irrsinnig weit weg und irrsinnig teuer ist aber sogar darüber habe ich schon nachgedacht…

Viele Grüße
Glücksmomente


#6

Hallo Glücksmomente,

ja das 2 Wochen Programm in den USA hatte ich auch als erstes entdeckt und ich wollte doch tatsächlich die 20.000 USD zusammenkratzen um das zu machen. Gott sei dank hat mich mein gesunder Menschenverstand davon abgehalten und ich hab mir gedacht es kann doch nicht sein, dass es da nichts in Europa gibt.
Es soll in Holland ein ähnliches 2 Wochenprogramm geben. Ich würde im Fall das ausprobieren. Es gibt einen Beitrag dazu im Forum.

lieber Gruss
Ivi


#7

Hallo @Gluecksmomente,

ich kenne das Gefühl, dass man denkt man wäre unfähig oder zu blöd. Ich denke manchmal auch “warum schaffe ich etwas nicht, was andere Frauen “können” ohne darüber überhaupt nachdenken zu müssen.” Aber das sind Gedanken, die uns nur noch mehr unter Druck setzen. Du bist nicht unfähig, es ist einfach eine Krankheit, die dich/uns einschränkt, aber es lässt sich was daran ändern. Da bin ich mir sicher. :blush: blush:
Das ist ja toll, bin super gespannt auf deine Erfahrung dort. Sag mal, weißt du auch wie teuer die Sitzungen sind?

Die Therapie in den USA kenne ich noch gar nicht, aber das kommt allein der Entfernung und der Kosten wegen schon nicht in Frage,

Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen. Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt! :):four_leaf_clover:

Liebe Grüße
tini12


#8

Hallo @mango141,

vielen Dank für deinen Tipp.Ich werd es mir mal anschauen. :):blush:

Liebe Grüße
tini12


#9

Hallo Tini,

ich habe gerade durch Zufall dieses Forum entdeckt und deinen Beitrag gelesen. Ich selber bin 30 Jahre alt und litt schon immer an Vaginismus, konnte noch nie einen Tampon benutzen oder mit meinem Freund schlafen. Nach etlichen Therapieversuchen, die alle kein erfolg brachten, stoß ich wie du auch auf Frau Dr. Reeve in Heinsberg und auch ich war seeeeehr skeptisch und konnte nicht glauben, dass das klappen würde aber trotzdem habe ich mich dafür entschieden diesen Schritt zu wagen und vereinbarte einen Termin bei Frau Dr. Reeve, mein Freund und ich waren für 3 Tage bei ihr und ich kann dir sagen, es war ERFOLGREICH, nach nur 6 Tagen konnten wir Geschlechtsverkehr haben!
Ich habe dazu hier im Forum auch noch einen Bericht geschrieben, den kannst du bzw. alle Betroffenen sich gerne mal durchlesen!
Ich kann nur sagen, es war die beste Entscheidung meines Lebens und ich hätte das schon viel früher machen sollen!

Mein Bericht hier heißt: Vaginismus-Therapie - meine Erfolgsgeschichte

Lest es euch unbedingt durch!!!

Lieben Gruß
Babsi


#10

Hallo an alle,

ich bin mir im Moment noch etwas unsicher, da ich bisher nie richtig darüber reden konnte. Ich habe es zwar vielleicht 1-2 mal Freundinnen von mir z.T. erzählt, aber ich hatte nie das Gefühl, da komplett offen darüber sprechen zu können. Vor allem weil keine von meinen Freundinnen das in irgendeiner Art nachvollziehen konnte. Bei mir hat das sehr viel mit Scharm zu tun.
Ich bin mir absolut nicht sicher, ob ich Vaginismus habe oder irgendetwas anderes, aber in anderen Foren etc. lese ich ständig immer “Du musst dich einfach nur entspannen beim Sex” und das frustriert mich etwas.
Wenn ich am Anfang starte, kommt mir vor allem meine erste Frauenärztin in den Sinn. Ich hatte bei ihr wirklich sehr große Schmerzen bei der Untersuchung. Irgendwie kann ich nicht verstehen, wie sie das ignorieren konnte, weil ich bei der Untersuchung stets ein schmerzhaftes Gesicht hatte. Nach Jahren habe ich ihr von den Schmerzen bei der Untersuchung erzählt. Das Einzige, was sich dabei geändert hat, ist dass sie ein kleineres Untersuchungsgerät genommen hat.
Irgendwann habe ich mit Freundinnen gesprochen, die gesagt haben, dass sie überhaupt gar keinen Schmerz verspüren. Ich bin dann zu einer anderen Frauenärztin gegangen und versucht relativ offen mit ihr über die Schmerzen zu sprechen. Ich war nur zweimal bei ihr, weil ich umgezogen bin. Irgendwie hab ich es seitdem nicht mehr geschafft, eine neue Frauenärztin aufzusuchen, weil ich mich nicht überwinden kann das Ganze noch einmal zu erzählen. Ich hab das Gefühl, dass sich diese jahrelange Behandlung bei der ersten Frauenärztin so in mein Gehirn eingebrannt hat, dass ich das nicht überwinden kann.
Ich habe auch versucht, in einer entspannten Umgebung Dilatoren einzusetzen, und gemerkt, dass ich über eine bestimmte Schwelle einfach nicht hinwegkomme.
Ich muss sagen, dass mich der Gedanke an Sex wirklich unglaublich stresst, vor allem aber, das dem Mann mitteilen zu müssen, weshalb ich es generell vermieden habe. Ich habe schon Lust darauf, aber die Angst vor den Schmerzen ist einfach zu groß.

Mir ist wichtig, einfach mal Verständnis meiner Situation zu erfahren, da ich bisher keinen gefunden habe, der da überhaupt was aus eigener Erfahrung zu sagen konnte. Ich hab das Gefühl, dass alle diese Posts in irgendwelchen Foren immer Menschen schreiben, die damit überhaupt nie selbst was mit zu tun hatten. Deswegen hoffe ich, dass ich hier jemanden finde, der mir wirklich was dazu sagen kann.

Viele Grüße,
Helia


#11

Hallo Helia, willkommen im Forum.

Leider gibt es viele Frauen, die von ähnlichen Ergebnissen erzählen. Schau dich hier in der Community etwas um. Du findest schon einige Tipps dazu wie du dich entspannen kannst oder wie andere Frauen mit der Angst vor gynäkologischen Untersuchungen umgehen.


#12

Ich habe im September einen Termin bei Dr. Reeve - werde berichten :slight_smile: