Hallo, ich bin Luci und neu hier :)


#1

Hallo ihr Lieben,
ich bin Luci, 24 Jahre alt und studieren Psychologie.

Ich leider schon ewig unter Vaginismus und stecke seit längerer Zeit in einer Sackgasse, was Fortschritte anbelangt…

Ich hatte schon mit 15 Probleme, Tampons zu verwenden, hab mir aber erstmal nichts weiter dabei gedacht. Doch nachdem mein erstes und auch jedes weitere Mal Geschlechtsverkehr eher schmerzhaft als schön waren, fing ich an mir Sorgen zu machen. Die Antwort meiner Frauenärztin: “Anatomisch kann das nicht sein. Wenn sogar ein Kind durch eine Vagina passt, dann kann es nicht sein, das ihre zu eng oder zu kurz ist.” - Na schönen Dank aber auch!

Mittlerweile hatte ich verschiedene sexual Partner mit denen es mal weniger, mal mehr klappte. Zwischendurch hatte ich auch immer mal wieder Phasen, in denen ich überhaupt keine Probleme hatte. Mit meinem Freund bin ich jetzt seit 6 Jahren zusammen. Anfangs war alles super. Es war eher die Ausnahme, wenn es mal weh tat… Doch mittlerweile sieht das ganz anders aus. Ich bin irgendwann bei jedem mal Sex eingerissen, hatte ständig Pilzinfektionen und Schmerzen bei und nach dem Sex. Irgendwann hatte ich so eine Angst vor den Schmerzen und den Folgen, dass ich gar nicht mehr mit meinem Freund schlafen wollte. Diese Angstspirale hat sich so hochgeschaukelt, dass ich nicht mal mehr Lust habe, dass wir uns auf andere Weise berühren.

Wir waren schon gemeinsam beim Paar- und Sexualtherapeuten, ich bin seit 1,5 Jahren bei der Physio und habe Diverse Cremes und andere Sachen (Dilatoren, Vibrationen, Entspannungstechniken etc.) ausprobiert.

Was mir im Moment am größten zu schaffen macht ist die Frage “Warum habe ich keine Motivation für die Übungen??” Kennt ihr das? Was hilft euch dabei, am Ball (oder Dilator :simple: ) zu bleiben?
Wenn ihr einen Partner habt, wie geht er damit um, dass ihr nicht regelmäßig übt?

Das war es erstmal von mir. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Erfahrungen teilt.
Viele Grüße
Luci


#2

Hallo Luci,

ich glaube das Motivationsproblem kennen wir hier alle mehr oder weniger gut… :roll_eyes: :sweat_smile:
Tipps, die ich von einer Therapeutin bekommen haben waren:

  1. Das Ganze Schritt für Schritt anzugehen und sozusagen mit Babyschritten Richtung Ziel zu gehen denn zu große Etappen/Aufgaben entmutigen einem oft eher.
  2. Sich zwischendurch immer wieder bei “Etappenzielen” zu belohnen bzw. vom Freund belohnen zu lassen, man kann ja auch vorher verabreden wann und womit man belohnt wird.

Vielleicht hilft dir das ja weiter, liebe Grüße :slight_smile:


#3

Liebe Luci,
ich kann Glücksmomente da auch nur recht geben… Motivationsprobleme durchlebt jeder i.wann mal.

Mir hat am besten geholfen… als aller erstes genau das oben genannte zu verstehen. Das ich kein schlechtes Gewissen haben muss wenn mir das üben leid ist. Das es vielen so geht und das es nun einfach mal keinen Spaß macht.
Als zweiten Schritt war der Tipp mit dem Fernseher für mich Gold wert. Ich hab mir ne Serie rausgesucht. Jeden Tag eine Folge und nebenher total “lasch” geübt. So ganz als nebensache… so ging es immer und immer besser. Und aus “lashen” üben wurde ganz neben bei wieder richtige üben…das plötzlich auch vorran geht. Ich hab angefangen mich Abends auf die neue Folge zu freuen und nicht nur über dieses blöde üben nach gedacht.

Der dritte Tipp der mir geholfen hatte war das “Programm” etwas individueller anzupassen. Dh ich habe z.B. die Entspannungsübungen weg gelassen, da ich Kopfmäsig die total doof fand und sie daher das Gegenteil bewirkt haben.
Ebenso habe ich auch nicht jeden Tag mehr üben sollen. Zwei Tage üben, 1 - 2 Tage Pause. So bekam ich auch mal Abstand und es hatte gedanklich nicht dauern meinen Alltag bestimmt.

Natürlich ist das kein Geheimrezept für alle…aaaaber villt ein Anstoß genauer hinzuschauen was dir selber gut tut und das es nicht bei alle gleich ablaufen muss :slight_smile:

Ich drück dir ganz feste die Daumen, damit deine Motivation wieder kommt :slight_smile: