Ich hab ein paar Fragen an euch


#1

Hallo ihr Lieben,

ich hab ein paar Fragen an euch, die mir schon sehr lange auf der Seele brennen. Leider kann ich mit niemanden darüber sprechen, auch nicht mit meinem Freund (mit dem ich mittlerweile 4,5 Jahre zusammen bin und noch keinen GV hatte).

  1. Viele von euch berichten davon, schon mal oder aktuell bei einer Sexualtherapeutin gewesen zu sein. In welcher Hinsicht hat euch das was gebracht? Wart ihr danach lockerer, was das Thema psychisch mit euch macht oder hat es evtl. auch mit den Dilatorenübungen dann besser geklappt. Ich frage deshalb, weil ich (nach keine Ahnung wie vielen Versuchen meinen Vaginismus in den Griff zu bekommen) überlege auch mal zu solch einer Sitzung zu gehen. Allerdings finde ich es zum Teil echt verdammt teuer, deshalb möchte ich von euch wissen, in welcher Form ihr einen Nutzen davon getragen habt.

  2. Da ich noch nie richtig GV hatte und es Versuche in die Richtung auch nur am Anfang unserer Beziehung (danach kam ich nach und nach über die Jahre zu der Diagnose Vaginismus) gab, stelle ich mir total oft die Frage, wie es sein wird, wenn ich mich mit den Dilatoren sicher genug fühle und richtigen Sex ausprobieren möchte. Ich habe absolute Panik davor, dass unsere Versuche zum Experiment werden. Ich habe eh schon genügend Probleme damit, mich so fallen zu lassen und quasi das Vorspiel zuzulassen. Wie macht ihr das? Habt ihr irgendeinen Tipp in der Hinsicht nicht zu verkrampft zu sein?

  3. Durch jahrelange sexuelle Unaktivität habe ich mittlerweile nur noch in seltenen Ausnahmefällen so richtig Lust auf meinen Freund. Zumindest glaube ich, dass es daran liegt. Ich habe das Thema auch schon bei der Frauenärztin und bei einigen anderen Ärzten, bei denen ich wegen Vaginismus war, angesprochen. So wirklich weiterhelfen konnten die mir jedoch nicht. Mit meinen Hormonen sei alles in Ordnung und auch die Einnahme von homöopathischen Mittel hat nicht wirklich was gebracht. Gibt es unter euch eine, der er es genauso ergangen ist? Ich möchte in der Hinsicht im Moment vor allem meinem Freund zuliebe etwas ändern. Versteht mich bitte nicht falsch, aber so richtig abgehen tut mir ohne Sex eigentlich nichts. Ich weiß, dass ist schwer nachvollziehbar und vielleicht habe ich deshalb auch immer wieder Probleme mich zu motivieren und weiter mit den Dilatoren zu üben usw…

Ich hoffe ihr könnt mir ein bisschen weiterhelfen…

Liebe Grüße

Veronika


#2

Hallo Veronika,

  1. ich selber war noch nicht bei einer Sexualtherapeutin, mich würde aber genauso interessieren, ob es hilfreich wäre. Mit hat meine Frauenärztin sogar damals gesagt, dass sie mir dafür eine Verordnung ausstellen könnte und dass dies dann von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird, vielleicht erkundigst du dich dazu mal.
    Was ich für mich allerdings viel interessanter fände wäre Physiotherapie, dafür will mir meine Ärztin allerdings keine Verordnung ausstellen, da sie glaubt, dass sie auf den Kosten sitzen bleibt.

  2. Ich hatte auch noch nie GV, mein Freund auch nicht. Wir gehen auch davon aus, dass es wenn es mal klappt, erstmal eher ein experimentieren ist. Dadurch, dass wir noch beide keine Erfahrung haben, finden wir das aber eher spannend. Wir sind da auch beide realistisch und erwarten, dass es nicht von Anfang an großartig wird, sondern wir uns das Stück für Stück erarbeiten müssen. So wie wir uns auch an unsere jetzige Sexualität langsam heran getastet haben.

  3. Das Problem der Lustlosigkeit kenne ich leider auch. Wir haben mittlerweile einen Kompromiss ausgehandelt, wenn es nach meinem Freund ginge, wäre der aber nicht unglücklich, wenn wir öfter “Sex” hätten. Mir geht es ähnlich wie dir, müsste ich komplett drauf verzichten, wäre ich auch nicht unglücklich. Ich werde am Ende des Zyklus die Pille absetzen, da ich vor Jahren, als ich die Pille noch nicht nahm, mehr Lust verspürt hatte. Mal gucken, ob das zumindest ein Teil der Lösung sein kann. Manchmal lasse ich mich auch einfach auf die Streicheleinheiten etc. von meinem Freund ein, auch wenn ich grad nicht in Stimmung bin. Oftmals wird es dann doch gut und am Ende genieße ich es.

Ich hoffe ich konnte dir in einigen Punkten weiterhelfen oder dir zumindest Anregungen geben.

Schöne Grüße CoLa


#3

Hallo CoLa,
vielen Dank für deine Antwort. Echt bewundernswert, wie positiv du klingst!
Die Pille nehm ich auch schon lang nicht mehr (wozu auch) - einer von den “Wunderärzten” hat mal zu mir gemeint, dass dies auch noch Jahre später (also nach der letzten Einnahme) Auswirkungen in der Hinsicht haben kann.
Wie sieht denn dein Kompromiss mit deinem Freund aus?
Liebe Grüße


#4

Kennt außerdem jemand von euch ein paar gute Adressen in München und Umgebung bzgl. Sexualtherapie, Physio, etc. ??


#5

@CoLa du kannst auch eine andere Ärztin, z.B. Hausarzt fragen für eine Überweisung an eine Physio (Beckenbodentraining).


#6

Grundsätzlich geht es bei der Sexualtherapie schon darum wie du Sexualität erlebst. Persönlich und gemeinsam mit deinem Partner. Wie du/ihr eure Sexualität gestalten könnt.

Manchen Frauen hilft dies beim üben mit den Dilatoren, anderen eher nicht. Manche Sexualtherapeutinnen kennen sich mit der Thematik Vaginismus etwas aus und können weiterhelfen.

Sexualtherapie ist immer empfehlenswert, vor allem wenn das Thema Sexualität ganz allgemein belastend ist. Sei es für eine Frau, ein Mann oder ein Paar.


#7

Liebe Veronika,

die Sexualtherapie war bei mir die “zweite Station” mich endlich dem Thema Vaginismus zu stellen. Erste Station war der Besuch bei einer antroposophischen Frauenärztin. Dies nahm sich zwar viel Zeit für mich, sie meinte aber so etwas wie ich wäre ihr noch nie unterkommmen (na klar, viele von uns gehen ja nicht zum Frauenarzt wegen der Scham und dem Schmerz) und das Wort “Vaginismus” fiel nie. Da hab ich es dann als nächsten Schritt mit der Sexualtherapeutin versucht. Ja es ist sehr teuer. Ich mag gar nicht daran denken, was mich derzeit die verschiedenen Therapien kosten, aber es ist es mir jetzt einfach wert.
Mir hat die Sexualtherapie insofern geholfen, dass es da jemanden gab, der mir zuhörte, mich bestärkte und mir half mich mit meiner Vagina (die für mich bis da tabu war) auseinanderzusetzen. Ich war bald mal imstande Tampons einzuführen, du kannst dir nicht vorstellen was für ein Glück das war.

Im Sex mit dem Partner war es bei mir so, dass wenn ich spürte dass er “irgendwo hin will”, d.h. zur Penetration und für ihn das Vorspiel (was für ein blödes Wort) “nur” Mittel zum Zweck war, dann wurde für mich der Sex zusehends unattraktiv, bzw. ich wollte einfach nicht mehr.
Manchmal hatte ich aber Männer, denen es nicht darum ging, die einfach den Kontakt, den Sex (der ja nicht nur aus Penetration besteht) sehr genossen. Bei diesen Männern hatte ich nie Unlust.
Ich denke wenn du mit deinem Freund zur Sexualtherpie gehst, dann könnte das auch ein Thema werden, zu lernen einfach spielerisch zu geniessen ohne Erwartungen und ohne Druck. Das ist ja etwas, was auch “normale” Paare lernen, z.B. im Slow Sex. Da geht es ja hauptsächlich erstmal um Präsenz, Aufmerksamkeit und spüren.

Ich bereue es also nicht, zur Sexualtherapeutin gegangen zu sein. Bezüglich Vaginismus hat es mir aber nicht viel gebracht, d.h. ich hatte das Gefühl “es” geht nicht weiter und hatte daher auch keine Motivatin mehr die Übungen zu machen.

Derzeit bin ich bei einer Physiotherapeutin, die spezialisiert ist auf Beckenboden und urogenitale Probleme. Das hilft mir sehr, weil sie manuell meine tiefen Verspannungen löst. Sie meinte die Beckenbodenübungen kommen erst später, wenn die Verspannungen ganz gelöst sind. Vorher wäre es nicht sinnvoll, zumindest in meinem Fall. Aber ich glaube wir sind alle ziemlich verschieden, manche schaffen es alleine mit Entspannung und Dilatoren auch, bei mir ging das nicht.

liebe Grüsse
Yvonne


#8

Mir fällt noch etwas ein. Ich weiss ja erst seit ca. 2 Jahren, dass das was ich habe “Vaginismus” heisst. Mittlerweile bin ich total froh, dass ich einen Namen dazu habe und ich bin bei meiner Odysee von Therapeutin zu Therapeutin nun auch selbstbewusster geworden. D.h. ich rufe vorher an, sage ganz mutig mit fester Stimme “ich habe Vaginismus”. Und dann erkundige ich mich, welchen Therapieansatz sie haben. Ihr hört es wohl heraus: im Moment finde ich, dass es geradezu absolut wichtig ist, dass man über diese Krankheit spricht. Ich habe es so satt mich dafür schämen zu müssen oder mit blöden Kommentaren abgespeist zu werden.
Ich glaube, dass niemand verstehen kann, was es wirklich bedeutet keinen GV haben zu können. Das kann man nur, wenn man es selber erlebt hat. Deshalb finde ich Foren wie diese so absolut wichtig! Aber es ist irgendwie nicht genug. Es kann doch nicht sein, dass es im Jahre 2018 noch keine gut zugängliche Therapie gibt und dass die Krankenkasse diese nicht übernimmt. Ich finde, dass wenn man die Diagnose Vaginismus hat, dann muss die Krankenkasse die Therapie übernehmen. hey es geht hier um etwas ganz wichtiges. Um etwas Elementares, um nicht zu sagen um ein Grundrecht. Die eigene Sexualität nicht leben zu können, das kann doch nicht so unbehandelt und unbeachtet bleiben.
Ich hab mal in Pubmed, einer medizinischen Datenbank gesucht. Wenn man dort “erectile Dyfunction” eingibt, dann erhält man ca. 22.000 Treffer, wenn man Vaginismus eingibt, grade mal 365 Treffer. Das steht doch in keinem Verhältnis. Sind die Sexualstörungen der Frauen weniger wert?
Bitte entschuldigt den langen Post. Aber ich musste mir das jetzt einfach mal von der Seele schreiben

liebe Grüsse
Yvonne


#9

Hallo ivi,

du hast ja so recht! Ich verstehe auch nicht warum die Frauenärzte so ungebildet sind was das Thema an geht.
Keinen Sex ausführen können nimmt die Freiheit. Der Mensch ist ja dafür da um sich fortzupflanzen wenn wir jetzt mal ganz grob ursprünglich denken. Wenn man das nicht kann fühlt man sich unnormal.

Liebe Grüße
Platzki


#10

All das was du geschrieben hast, beschäftigt mich auch seit Wochen!
Für alles gibt es Therapien oder Hilfen und Anlaufstellen oder Generell erstmal Gehör… und für Vaginismus nicht.
Wenn einem direkt bei den ersten Problemen geholfen werden könnte, sei es durch besser geschulte Ärzte oder auch durch spezielle Physiotherapien etc., dann wäre dieser lange Weg mit Selbstzweifeln, Ängsten oder auch Depressionen gar nicht.
Ich finde es ist ein wahnsinnig wichtiges Thema.

Viele liebe Grüße
Cinderella


#11

Hi Cinderella,

du sprichst mir aus dem Herzen! Ich finde es auch sehr schade, dass Vaginismus statistisch gesehen ein recht großes Thema ist, aber kaum jemand davon weiß. Ich finde es auch schade, dass noch nichtmal junge Frauenärzte gut mit dem Thema vertraut sind. Meiner Meinung müsste das verpflichtend im Studium gelehrt werden.

Ich finde es auch wirklich tragisch, dass die Krankenkassen die Behandlung nicht zwangsläufig übernehmen. Auf jeden Fall muss man gut gucken was übernommen werden kann und wie.

Ich habe letztens einen Artikel gelesen, da hatte jemand in eine Suchmaschine “erectile disfunction” eingegeben und 20 000 Ergebnisse erhalten. Bei “vaginism” waren es 500! Ich finde das spricht schon sehr für sich. Jeder kann etwas damit anfangen, wenn ein Mann “keinen hoch kriegt”, bei Frauen wissen nur wenig Leute Bescheid.

Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird, da ja mittlerweile auch an Potenzmitteln für die Frau geforscht wird. Die Sexualität der Frau gerät also mehr in den Fokus.

Schöne Grüße CoLa


#12

Hallo Yvonne,
danke für deine Nachricht.
Ich hoffe ich bringe nächste Woche den Mut auf und kann einen Termin bei einer Therapeutin vereinbaren.
Ich glaube aber, dass es besser ist, wenn ich erstmal alleine da hin gehe…
LG Veronika


#13

Liebe Veronika,

ja mach das, es wird dir quf jeden fall etwas bringen! Ich drück dir ganz fest die Daumen dass du eine Therapeutin findest, die gut zu dir passt!

liebe grüsse
Yvonne


#14

Ich war nun am Freitag beim ersten Termin bei einer Sexualtherapeutin, dich ich über das Internet ausfindig gemacht habe. Und es war leider absolut schrecklich! Nach 10 min wäre ich am liebsten wieder gegangen.
Obwohl sie auf ihrer Homepage extra beschrieben hat, dass sie u.a. auch Vaginismus behandelt, hat sie das Thema total abgeblockt. Ihre Aussage war, dass man ja eigentlich da unten gar keinen Schmerz empfinden kann, da dort gar nicht so viele Nerven seien. Es spielt sich also alles im Kopf ab und man muss sein Unterbewusstsein auf entspannen trimmen: Ich soll mir nun 4 Wochen lang jeden Tag eine Entspannungs-CD anhören (Laufzeit 1,5 Stunden!) - und dann sei ich schon mal einen großen Schritt weiter…
Das sich viel im Kopf abspielt, sehe ich ja ein, aber trotzdem sind da unten Schmerzen, die ich mir definitiv nicht einbilde.
Ich weiß jetzt gar nicht was ich machen soll… Das viele Geld war dies definitiv nicht wert und die weiteren Termine werde ich bei dieser Therapeutin auf jeden Fall absagen.


#15

Hi Veronika,

das klingt ja gruselig!
Die war ja überhaupt nicht einfühlsam und nicht hilfreich. Ärgerlich, dass du dafür auch noch Geld ausgeben musstest.

Sich über vier Wochen jeden Tag 1,5 Stunden Zeit nehmen, ist ja vollkommen an der Realität vorbei. Da muss man ja schon arbeitslos sein oder kein Privatleben haben.

Ich hoffe, dass du andere Möglichkeiten findest, die dir helfen.

Schöne Grüße CoLa


#16

Hallo Veronika,

Tut mir sehr leid dass du auf so eine inkompetente Person gestossen bist.
Was man auf seinem Weg zur Überwindung des Vaginismus auf jeden Fall lernt ist, dass es eine ganze Menge richtig schlechter Therapeuten gibt.
Die scheint ja total bekloppt zu sein!
Wo hat denn die ihre Ausbildung gemacht?
Lass dich nicht entmutigen und suche weiter du findest bestimmt eine Sexualtherapeutin die dir entspricht.

Liebe Grüße
Ivi


#17

Hi Veronika,

Punkt 3 beschäftigt mich auch enorm. Mit meinem Ex-Freund habe ich es noch oft versucht. Dadurch, dass es nie geklappt hat, war ich irgendwann so frustriert und enttäuscht von mir selbst und er von mir, dass die Beziehung sogar daran zerbrochen ist.
Mit meinem jetzigen Freund habe ich es nicht mal mehr richtig versucht. Oft fehlt mir auch die Lust, weil mein Unterbewusstsein vermutlich direkt diese Situationen mit meinen früheren Erfahrungen verknüpft. Das Entspannen und Loslassen fällt mir auch enorm schwer.
Ich habe auch die Pille lange Zeit nicht genommen und hatte dann schon ab und zu “Lust-Hochs”, aber als das Thema Verhütung dann aufkam (ich bemühe mich immer optimistisch zu sein und trotz aller Erfahrung daran zu glauben, dass es vielleicht doch irgendwie funktioniert), habe ich sie auch wieder genommen und jetzt sind natürlich auch diese Hochs weg.
Wie du würde ich auch gerne für meinen Freund etwas ändern. Allerdings glaube ich mittlerweile auch, dass es für uns Frauen wichtig ist. Ich möchte wirklich irgendwann schönen, unkomplizierten Sex haben und die gleiche Lust empfinden, die andere Frauen haben, wenn sie mit jemandem schlafen oder schlafen wollen.
Das ist ein Wusch/ein Ziel, den/das ich mir immer wieder vor Augen halte.

Am allerschlimmsten ist es, meiner Meinung nach, wenn wir uns deswegen so schämen und so enttäuscht sind, dass wir uns komplett einigeln. Bei meinem Ex-Freund habe ich das so extrem getan, dass ich ihn ganz lange und oft nur abgeblockt habe und ihm richtig gezeigt habe, dass ich keine Lust habe. Das ist irgendwie eine Art Selbstschutz, der aber den anderen gleichzeitig auch verletzt.
Über das Thema mit meinem Partner zu sprechen, hilft mir immer. Gemeinsam zu überlegen, in welchen Momenten hatten wir besonders Lust und wie kam es dazu, können wir das wiederholen. Solche Dinge. Auch ein bisschen mehr Abstand tut mir oft gut, dann vermisse ich ihn und freue mich, wenn ich ihn wiedersehe. Wenn ich Dinge mal wieder nur für mich tue und auf etwas stolz bin, was ich alleine geschafft habe, dann habe ich damit auch wieder mein generelles Selbstbewusstsein aufpoliert und habe auch wieder Lust mich auf das Körperliche einzulassen.
Oft funktionieren bei uns auch spontane Momente, in denen wir beide nicht groß die Möglichkeit haben, über irgendwas nachzudenken.

Ich weiß natürlich nicht genau wie es bei dir ist, aber ich musste und muss es immer noch öfter mal lernen, diese blöden Erfahrungen hinter mir zu lassen und da nicht den Mut, die Zuversicht und vor allem nicht das Selbstbewusstsein und -vertrauen zu verlieren.
Und wenn mal wieder einer dieser doofen Momente kommt, dann versuche ich mit meinem Freund darüber zu sprechen. Mir hilft das sehr. Dann fühlt er sich nicht zurückgewiesen (was wirklich kein schönes Gefühl ist) und kann vielleicht gemeinsam mit mir überlegen, was mir helfen könnte.

Liebe Grüße
Frida


#18

Liebe Frida,

Das ist sehr schön was du schreibst!
Claudia hat uns beim Workshop in Basel gesagt wir sollten uns überlegen was für ein Ziel wir eigentlich haben auf das wir hinarbeiten: wollen wir nur “funktionieren” im Sinne dass wir es schaffen den Penis aufzunehmen?
Oder wollen wir etwas anderes?
Also meine Antwort lautet: ich will meinen Körper kennenlernen, wissen was er braucht um sich wohlzufühlen, warm zu werden, Lust zu empfinden und sich zu öffnen. Ich war diese Woche im ZisMed in Zürich, die Gynäkologin dort war Spitze, sie meinte ich solle das Dilatoren Training immer mit Lust und Erregung verbinden. Aber aufgepasst: nicht mit schneller Lust und schneller Erregung, was zu einer hohen Spannung führt, sondern langsam, sich Zeit nehmend. So übt man sozusagen auch den Umgang mit der Lust und das Dilatorentraining wird in diesen Prozess sanft integriert und man lernt automatisch viel über den eigenen Körper.
Das hat mir eingeleuchtet und ich werde das in Zukunft so probieren.
Liebe Grüße
Ivi


#19

Liebe ivi,

das sind sehr schöne Ziele! Ich glaube, das ist auch wahnsinnig wichtig für uns selbst! Dass wir unseren Weg dahin nicht nur als “notweniges Übel” ansehen, sondern dass es ja etwas schönes sein soll und wir es auch genießen dürfen und sollen.
Den Hinweis für das Dilatorentraining finde ich auch echt gut.
Bisher habe ich damit noch gar nicht trainiert. Aber da ich hier im Forum so viel darüber gelesen habe, werde ich mir jetzt auch welche bestelle und das Buch und werde mir dann deine Tipps in Erinnerung rufen :slight_smile:

Ich wünsche dir von Herzen viel Glück und bin der festen Überzeugung, dass du dir gute Ziele gesetzt hat, die dich persönlich auch immer wieder stärken können, wenn du vielleicht mal nicht so voran kommst!

Liebe Grüße
Mona


#20

Vielen Dank @CoLa und @ivi für eure warmen Worte. Mittlerweile geht es mir wieder besser…solche Menschen wissen leider nicht, was sie mit Aussagen “normal ist das nicht” anrichten und wie weit man im Bezug auf das eigene Selbstwertgefühl, dass man sich mühsam aufgebaut hat, wieder zurück geworfen wird.
Ich habe nun schon Kontakt zu einer anderen Therapeutin aufgenommen und bekomme hoffentlich dort bald einen Termin. Ich möchte herausfinden, warum ich (es ist wirklich zum heulen) gar nicht so richtig Lust auf Sex habe. Wie @Frida empfinde ich es als eine Art Selbstschutz den der Körper da veranstaltet. So nach dem Motto: warum soll ich das eine wollen, wenn ich das andere eh nicht kann…
Das ist doch ein total verzwickter Teufelskreis was da abläuft. Und deshalb möchte ich auch zu einer Therapeutin, um diesen zu durchbrechen. Ich alleine und auch mit meinem Freund komme da nicht weiter. Ich möchte mich nicht mehr täglich fragen müssen und mich mehr oder weniger dazu durchringen, die Dilatorenübungen zu machen. Momentan habe ich nämlich wirklich das Gefühl, dass ich das nur für meinen Freund mache und nicht für mich.
Trotzdem ist es sehr schön zu lesen, dass ihr (Frida und Ivi) es schon geschafft habt, euch Ziele zu setzten, die quasi in erster Linie euch betreffen. Ich hoffe, ich kann auch mal so “fühlen”.
Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg!
Liebe Grüße
Veronika