Ich habe mich immer selber beschuldigt

#1

Hallo zusammen,

ich kann gar nicht beschreiben, wie froh ich bin auf dieses Forum gestoßen zu sein und meine Geschichte scheint auch so zu sein, wie viele andere das hier schon beschrieben haben:
Ich bin jetzt 21 Jahre alt hatte aber schon als Jugendliche Probleme mit dem ganzen: Tampons konnte ich schon sofort vergessen, ich habe zwar versucht sie einzuführen, aber das war schlicht nicht möglich, egal welche “Hilfsmittel” ich noch verwendete. Also habe ich irgendwann damit aufgegeben, und habe mich dafür gehasst, dass ich es nicht hinbekommen habe. Ich habe von all meine Freundinnen gehört wie sie alle Tampons benutzen und zB Schwimmen gehen können oder sonst was machen können, wenn sie ihre Tage hatten. Und für mich war das schon von vornherein unmöglich. Und ich dachte einfach, ich bin zu “schwach” um Tampons zu benutzen und habe es als Scham empfunden Binden zu verwenden. Heute denke ich da zwar ein bisschen anders darüber, aber damals war das echt schlimm für mich.
Als ich dann meine ersten richtigen Freund hatte und wir über Sex geredet haben bekam ich schon Angst. Ich hatte es ja schon nicht hinbekommen einen kleinen Tampon einzuführen, wie soll ich da denn bitte Sex haben. Wir haben es versucht, aber ich musste abbrechen. Es ging einfach nicht, der Schmerz war einfach viel zu groß und er meinte auch dass ich einfach viel zu “eng” sei. Diese Erfahrung war so unangenehm für mich dass ich mit ihm Schluss machte. Ich wollte einfach mich nicht mit dem Thema und meinem Körper auseinander setzen. Und solange ich keinen Freund hatte würde ich mich auch nicht mit Sex auseinandersetzen müssen.
Danach wurde es jedoch nicht besser: jedes Mal wenn ich jemanden kennen lernte und wir es versuchten klappte es einfach nicht, es war wie eine Wand und es tat immer unheimlich weh.
Ich begann stark an mir selbst zu zweifeln, dass ich einfach zu schwach bin. Wollte unbedingt Sex haben nur damit ich normal bin und nicht mit über 20 noch nie richtigen Sex hatte. Ich schämte mich sehr dafür und beschuldigte mich selbst für mein eigenes Versagen. Ich wollte doch einfach nur so sein wie andere Mädchen, die schienen das doch auch alles hinzubekommen.
Vor kurzem habe ich einen neuen Mann kennengelernt, sodass ich mich wieder mit dem Thema auseinandersetzen musste. Und dann habe ich zum ersten Mal Recherche betrieben und bin darauf gestoßen: Vaginismus. Endlich hat das ganze Übel einen Namen.
Ich bin immer noch überwältigt, dass ich nicht alleine damit bin. Ich dachte die ganze Zeit, dass ich einfach zu unfähig bin. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen erleichtert nun da ich weiß, dass es nicht meine eigene Schwäche ist.
Ich freue mich sehr über diese Community und über einen guten Austausch!
Über jede Nachricht/Tipps/Erfahrungen/Anregungen bin ich sehr dankbar!

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#2

Hallo Isy,

deine Geschichte kommt mir so bekannt vor. Genauso fühlte ich mich auch, bevor ich wusste, dass es Vaginismus gibt. Es gibt von Claudia Amherd das Selbsthilfe-Buch “Wenn die Liebe schmerzt”. Das könnte dir erstmal weiterhelfen, um Vaginismus zu verstehen und auch Übungen zu machen, die zur Besserung führen. Ich bin leider nicht so erfahren, vielleicht können dir andere Frauen weiterhelfen, wenn du Fragen hast.

Viele Grüße

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#3

Ich bin auch betroffen und dachte auch mit mir ist was falsch. Sexualität ist für mich auch ein großes Thema was mir eher Sorgen als Spaß bereitet.

VG
Kathy

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#4

Hallo ihr beiden,

vielen lieben Dank für eure Antwort und den Tipp mit dem Buch! Das werde ich mir dann jetzt erstmal auf jeden Fall kaufen. Ich kenn das wenn das einem mehr Sorgen als Spaß bereitet, was wirklich echt schlimm sein kann manchmal, weil es für alle anderen doch “so leicht” ist.
Gerne würde ich mit euch weiter in Kontakt treten! Meldet euch doch wenn ihr Lust habt!

Isy

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#5

Hallo Isy,

Ich kann dir das Buch auch nur empfehlen :+1:
Als ich vor ein paar Jahren mit dem Buch begonnen habe, war ich voller Tatendrang und konnte es kaum abwarten loszulegen… anfangs hab ich wohl alles etwas überstürzt, war zu übereifrig und konnte mich dann nicht entspannen, was ziemlich kontraproduktiv war. Ich hab das Buch dann ein ganzes Jahr wieder weggelegt weil ich so deprimiert war.
Ich kann dir daher aus meiner Erfahrung den Tipp geben, dass du alles ganz in Ruhe machen solltest und nichts überstürzen solltest, dann klappts am besten. Immer einen Schritt nach dem anderen machen und lass dir lieber länger Zeit, bis du von einem Schritt zum nächsten gehst. Bei mir hat auch das meiste nicht gleich geklappt… also viel Erfolg :muscle:

Falls du Fragen hast, melde dich gerne.

Liebe Grüße
Sini

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