Meine Erfolgsgeschichte


#1

Hallo :slight_smile:

Ich bin 27 Jahre alt und ich habe es endlich geschafft!
Mein Leidensweg begann mit ca 13,14 Jahren. Da war es mir unmöglich, Tampons zu benutzen, geschweige denn GVK mit meinem ersten Freund zu haben. Diese Beziehung ging dann sowieso in die Brüche.

Besuche bei Frauenärzten waren eine Tortour: von Aussagen wie “Stell dich nicht so an”, über “Das KANN gar nicht weh tun” bis zu genervtem Kopfschütteln war alles dabei. Einige Ärzte waren auch hundertpro davon überzeugt, ich wäre in der Kindheit vergewaltigt worden und Untersuchungen und Sex wären deshalb nicht möglich. Tatsächlich habe ich sogar auf diese Ärzte gehört, obwohl ich definitiv nicht vergewaltigt worden bin. Keine schöne Kindheit, ja. Vergewaltigung Nein.

Die Psychologen waren wie erwartet keine große Hilfe. Ich weiß nicht, was schlimmer war: der Vorschlag, mich von meinem Mann zu trennen der offensichtlich der Falsche sei, sonst würde es ja funktionieren…(der einzige Mann, der mich so akzeptierte wie ich war und immer zu mir hielt) oder der Vorschlag, Medikamente zu nehmen…

Irgendwann wurde mein Kinderwunsch stärker. Meine Verzweiflung auch. Wir versuchten fast 1,5 Jahre irgendwie schwanger zu werden. Und es hat tatsächlich funktioniert. Auch wenn ich es bis heute nicht fassen kann :wink: Mein Mann konnte kaum in mich eindringen, aber es hat wohl gereicht…

Wegen des Vaginismus wollte ich einen Kaiserschnitt, den ich auch bekam. In der Klinik, in der mein Kind zur Welt kam, habe ich das erste Mal Verständnis für meine besondere Situation erfahren.

Daher habe ich den Schritt gewagt, mich dort in Narkose untersuchen zu lassen (mit 26 noch nie zur Krebsvorsorge bereitete mir Magenschmerzen…). Den Tag der Narkoseuntersuchung werde ich nie vergessen - ich bekam bekam endlich den Grund für meine jahrelangen Schmerzen beim GVK oder Gyn.Untersuchungen genannt: Introitusstenose.
Es war tatsächlich rein körperlich nicht möglich, ich war tatsächlich zu eng. Nicht eingebildet. Der Arzt behob das Problem gleich während der Narkose und die Untersuchung im Anschluss (bei Bewusstsein) funktionierte! Es war schwer für mich, aber da ich dem Arzt vertraute und er wirklich vorsichtig vorging, hat es geklappt.

Von mir fiel eine riesige Last ab. Auch Tampons waren von nun an kein Problem mehr.

Der erste Versuch, Sex zu haben, scheiterte jedoch. Ich hatte Schmerzen und merkte, dass ich verkrampfte.

Durch das Internet wurde ich dann auf die Dilatoren aufmerksam. Ich bestellte sie und nach langem Üben konnte ich vor ein paar Wochen das erste Mal schmerzfrei mit meinem.Mann schlafen!!

Allerdings merke ich selbst, wenn ich ein paar Tage nicht übe, es wieder schwierig wird… Auch vor der Untersuchung bei meiner Frauenärztin habe ich momentan sehr große Angst. Es ist also noch nicht alles gut :wink:

Mein Rat an alle: lasst euch beim Arzt durchchecken, ob körperlich alles in Ordnung ist. Bei mir wurde die Introitusstenose nur in der Narkoseuntersuchung festgestellt. Ohne die darauffolgende OP wäre auch das Dilatorentraining gescheitert :frowning:


#2

Hört sich toll an deine Geschichte. Vor allem der erfüllte Kinderwunsch freut mich für euch.

Bei mir funktioniert noch nicht mal Finger einführen und schon gar nicht ein Tampon. Körperlich ist aber alles in Ordnung, die Blockade beginnt wohl bei mir im Kopf.


#3

Hallo Hope,

es freut mich dass bei dir wieder alles soweit gut ist.
Warum konnte dein Frauenarzt nicht feststellen dass du zu eng bist?

LG


#4

Eine tolle Geschichte! Ich bewundere auch deinen Mann, dass er so lange unterstützend dir geholfen hat.

Ich finde es ein ziemliches Armutszeugnis der Ärzte, wie wenig sie wissen, wo ein Tag Recherche schon genügen würde… Ich spreche in meinem Freundeskreis mit allen Gynokologen und Ärtzten darüber und hoffe einer von Ihnen gibt dem Thema in der Fachwelt mehr Aufmerksamkeit.


#5

Gute Frage…

Untersuchungen waren bei mir ja nie möglich, weil ich sofort Schmerzen
hatte und dann schon meistens die Hand der Ärzte weggeschlagen habe :confused:

Aber ich erinnere mich an einige Male, als ich die Ärzte fragte, ob es sein könnte, dass
ich zu eng bin und nur die Antwort bekam, dass das nicht so wäre…

Während der Untersuchung in Narkose hat es der Arzt dann gleich festgestellt,


#6

Genau das habe ich auch vor :slight_smile:

Bisher wissen nur zwei ganz enge Freunde von meiner Geschichte, aber
ich werde es bei jedem Frauenarzt ansprechen und von meinen Erfahrungen,
die mir geholfen haben, berichten… In der Hoffnung, dass diese auch nur einer
anderen Frau oder einem anderen Mädchen helfen!


Panik vor gyn. Untersuchung
#7

Danke :slight_smile:

Bei mir funktionierte nach der OP zwar das Einführen von Tampons und Fingern sofort, aber
Sex ging dennoch nicht, da ich zu verkrampft und blockiert im Kopf war .(
Das konnte ich mit den Entspannungsübungen und Dilatorentraining lösen.
Aber auch heute ist es noch an manchen Tagen sehr schwer und ich brauche viel Zeit…

Ich denke, die ganzen schmerzhaften Versuche früher, bei Ärzten, mich untersuchen zu lassen, obwohl
es nicht ging haben da einen großen Teil dazu beigetragen, dass es so ist.
Wenn ich an die nächste Krebsvorsorgeuntersuchung denke, wird mir schon ganz schlecht :frowning:
Weil es ja doch nochmal was anderes ist, selbst die Kontrolle über alles zu haben (auch beim Sex ist es
für mich am einfachsten, wenn ich erstmal “oben” bin…) oder sie an jemand anderen (Fremden) abzugeben…