Meine Geschichte - bisher

#1

Hallo alle zusammen, ich bin Christine! Ich freue mich sehr mit euch meine Geschichte teilen zu dürfen. Ich hab lange überlegt ob es Sinn macht mich hier anzumelden. Heute habe ich endlich den Entschluss getroffen. Über meinen bisherien Weg: ich bin mittlerweile 26 und hatte immernoch keinen Sex. Das so aufzuschreiben klingt echt gar nicht gut. Ich weiß nicht wieso es nie ging. Es ging eben einfach nicht. Es tat weh, also hab ich es gelassen. Mein erster Freund, da war ich 17, hatte zwar Verständnis, aber natürlich genau wie ich keine Erklärung dafür. Mein erster Frauenarzt sagte mir, nachdem die Untersuchung unendlich schmerzhaft war und auch gar nicht richtig möglich, dass ich mich wohl einfach etwas anstelle und eben mal die Zähne zusammenbeißen muss beim ersten Mal. Mit dem Freund machte ich ein paar Jahre später Schluss. Da warf er mir dann vor, dass es nie funktioniert hat. Als ich dann wieder einen Partner hatte, mit dem ich auch einige Jahre zusammen war, wechselte ich zu einer anderen Ärztin. Die Untersuchung war nach wie vor unmöglich. Vermutlich aus ihrer Verzweiflung heraus schickte sie mich in ein Krankenhaus. Mein Scheideneingang sei einfach zu eng, aber man könne das operativ lösen. Bis dahin war ich schon so traurig über meine Situation, dass ich es machen ließ, in der großen Hoffnung es klappt danach. Gebracht hat die Operation etwas Narbengewebe und Frustration. Die Ärztin meinte zwar, es hätte etwas geholfen ‘außen’ für mehr Platz zu sorgen, aber von Sex war ich trotzdem meilenweit entfernt. Durch eine Vertretungsärztin kam ich dann einestages zu einem Sexualtherapeuten der Patienten mit Vaginismus behandelt. Was war das also?! Ich ging mit meinem damaligen Partner hin. Ich war absolut begeistert von diesem Arzt und fragte mich, wieso ich das alles erst jetzt rausbekam. Er gab mir ein Set mit Dilatoren mit. Der Kleinste war so dick wie ein Bleistift und ich hab geweint vor Angst, dass ich den nicht hineinbekomme. Aber ich hab es geschafft und auch einige andere der Dilatoren. Irgendwann ging ich jedoch nicht mehr regelmäßig zu dem Arzt. Aus Zeitmangel vorallem, aber auch, weil ich einfach keinen Drang mehr dazu verspürte Sex mit meinem Partner zu haben. Er war mehr als geduldig, aber irgendwann trennten wir uns, weil es einfach nicht passte. Seit mehr als einem Jahr habe ich nun einen Freund, mit dem ich auch zusammengezogen bin. Ich will wirklich, dass es klappt. Ich habe bis heute Angst vor dem ganzen Thema. Wir haben zusammen den Arzt wieder aufgesucht und ich fing wieder an zu Üben. Es lief direkt viel besser. Ich besorgte ein Set mit größeren Dilatoren, da hänge ich aber nach wie vor an dem kleinsten fest. Ich habe immer gehofft, dass wir das zusammen schaffen. Durch ein Gespräch mit einem Freund gestern, dass mich eigentlich eher verletzt hat, wurde mir aber bewusst: hey, das ist ganz alleine meine Entscheidung! Mein Freund kann noch so sehr hinter mir stehen, aber ich muss die Angst besiegen und den Mut aufbringen weiter zu machen. Ich habe bis heute eine riesen Angst davor zu scheitern, niemals Sex zu haben, mein Freund trennt sich, und so weiter… aber mir ist jetzt erst klar, dass ich jetzt bereit dazu bin es weiter anzugehen. Ich werde jetzt die Tipps von Claudia Amherd dazu ziehen und die Beckenbodenübungen dazu zu nehmen. Ich hoffe sehr, dass es in die richtige Richtung gehen wird. Ich würde mich sehr über eure Reaktionen freuen!
Liebe Grüße, Christine

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#2

Hi Christine,
Herzlich Willkommen im Forum, mich freut zu lesen dass du das Thema nun nochmal angehst.
In deiner Geschichte und vor allem in deinen Gedanken und Sorgen finde ich mich zu 100 % wieder (leider) :sweat:. Ich kenne die Angst, die eigene Unsicherheit, das an-sich-selber-zweifeln, den Druck den man sich selber macht und auch hin und wieder ein notwendiges und gleichzeitig verletzendes Gespräch mit dem Freund…
Aber hey wichtig ist doch, dass du nun wieder Mut gefasst hast, das Thema anzugehn. Ich muss dir auch Recht geben, dass nur du allein etwas ändern kannst. Klar dein Freund kann unendliche Geduld zeigen aber du musst dir immer wieder klar machen, dass du das nicht für ihn machst, sondern in erster Linie für dich!
Ich wünsch dir ganz viel Durchhaltevermögen und Geduld.

Liebe Grüße
Sini

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#3

Hallo Sini!
Danke fuer deine liebe Antwort :slight_smile: ich finde es wirklich unglaublich, jetzt von anderen Maedchen und Frauen zu hoeren, dass sie das absolut verstehen koennen und die gleichen gedanken haben. Da fuehlt man sich doch direkt nicht so allein und zum ersten mal verstanden :slight_smile: ja, das mit dem verletzenden gespraech mit dem freund kenne ich auch zu gut. Mein freund macht auch absolut keinen druck, aber natuerlich weiss ich, dass er es sich wuenscht und macht sich selber einfach druck indem man angst hat ihn zu enttaeuschen. Und ich hab nie durchgehalten fuer eine laengere zeit mit dilatoren zu ueben. Und auch wenn ich fortschritte mache ueberwiegt die angst es nicht komplett zu besiegen. Wie ist deine geschichte dabei?
Liebe grueße, Christine

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#4

Liebe Christine,

Ich muss zugeben, dass ich das Thema jahrelang verdrängt habe. Ich war fast 7 Jahre in einer Beziehung, und die Male die wir versucht haben miteinander zu schlafen kann ich an einer Hand abzählen. Das Buch von Claudia Amherd hab ich angefangen, ein paar Übungen versucht, wieder weggelegt usw. Ich wollte mich damit nicht konfrontieren weil es so weh tat, körperlich und psychisch. Mit meinen Freundinnen wollte ich lange nicht drüber slrechen und wenns um Sex ging, hab ich mich immer rausgehalten und versucht das Thema zu wechseln…
Als ich dann Single war, bin ich das Thema ganz in Ruhe angegangen. Hab zuerst nur Entspannungsübungen gemacht und dann das Beckenbodentraining dazu genommen. Und dann irgendwann wieder die Dilatoren. Hab meinen Freund dann kennengelernt und ja, die Anfangszeit war echt schwer, frisch verliebt und er konnte mir nicht versprechen dass er das lange durchhält, weil für ihn Sex sehr wichtig ist. Da hatte ich dann sehr große Selbstzweifel, Angst ihn zu verlieren, war immer sehr emotional und sehr verletzt wenn wir mal wieder drüber geredet haben, obwohl er selbst mich nie unter Druck setzen wollte, ich schaff das dann selber in meinem Kopf. Wir hatten dann auch eine ganze Zeit lang, in der wir relativ normal miteinander schlafen konnten, jedenfalls in bestimmten Stellungen, auch wenn alles immer lange dauert bis ich dann mal ganz entspannen konnte. Ich dachte dann dass ichs geschafft habe und machte die Übungen nicht mehr regelmäßig. Die Quittung dafür hab ich jetzt… es geht grade leider wieder nicht mehr so gut :confused:
Ich befürchte deshalb dass ich wohl für immer diese Übungen machen muss, dass ich meinen Beckenboden unter Kontrolle hab. Der Gedanke gefällt mir absolut nicht und das demotiviert mich gerade auch wieder etwas. Deshalb weiß ich nicht ob man das überhaupt ganz besiegen kann.
Ansonsten versuch ich grade, im Alltag mehr darauf zu achten, dass ich entspannter bin, immer wieder bewusst alles loslasse. Claudia hat hier irgendwann geschrieben, dass ein verspannter Kiefer oft mit einem verspannten Beckenboden zusammenhängt. Und seither erwisch ich mich oft dabei, dass ich unterbewusst manchmal die Zähne zusammenbeiß. Das versuch ich jetzt natürlich auch weniger zu tun…
Aber ansonsten sollte ich jetzt auch wieder disziplinierter werden… ich kann aber auch immer gar keinen Grund nennen, warum ich grade nicht regelmäßig übe. Manchmal will mein Verdrängen auch einfach wieder da sein, dann ist das ganz komisch, obwohl ichs eigentlich schaffen will, halte ichs nicht durch… geht es dir da ähnlich?
Liebe Grüße Sini

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#5

Hallo Sini!
Ich verstehe das alles nur zu gut… vorallem das mit dem verdraengen und nicht ueben. Ich uebe auch so unregelmaeßig, obwohl ich es will. Und ich kann auch nie sagen wieso ich es nicht durchhalte.
Dass ihr aber schon miteinander schlafen konntet ist doch schon unglaublich! An dem punkt war ich leider noch nie. Ich verstehe total, dass die frustration darueber, dass es wieder schlechter geht ueberwiegt. Ich sehe auch weniger die fortschritte als den weg der noch fehlt. Aber das zeigt, dass du es schaffen kannst! Hast du schon von frau Dr. Reeve gehoert? Ich ueberlege doerhin zu gehen, denn alleon schaff ich es nicht.
Und verletzende gespraeche mit dem freund sind schlimm, die habe ich auch oefter mal… man fuehlt sich einfach trotzdem unter druck gesetzt, hilflos und frustriert ueber die situation. Ich hoffe dein freund wird die situation doch noch so akzeptieren, denn so saetze, dass man das nicht lang mitmachen will tun auch weh. Ich hatte auch eine laengere beziehung vorher, und ich koennte auch an einer hand abzaehlen wie oft wir es versucht haben. Ich hab das ganze auch schon fast aufgegeben. Aber ich will es unbedingt irgendwiw schaffen und bin sicher, dass das moeglich ist. Zumindest hoffe ich das :slight_smile:
Ich hab mich auch oft dann einfach so lustlos gefuehlt, wenn ich wusste es klappt eh nicht, wollte ich es auch nie versuchen. Von meinen freundinnen rede ich auch nur mit einer darueber und meide das thema sonst auch.
Aber ich finde es macht schon mut hier mit anderen betroffenen zu reden und sich auszutauschen :slight_smile: wie reagiert dein freund darauf, dass es zurzeit wieder schlechter klappt?
Liebe Grueße, Christine

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