Wo kann ich mich diagnostizieren lassen?


#1

Hallo Community,

ich (25), leide schon mein Leben lang unter Schmerzen am Scheideneingang und ist es doch mal möglich, einen Finger, oder Tampon einzuführen, dann kommt nach einem ca. Zentimeter ein Punkt, an dem es zu eng ist und ich nicht weiterkomme.
Frauenärztinnen haben auch schon ihren ganzen Finger in mich hereinbekommen, (mehr nicht) aber nur unter meinen Schmerzensschreien.
Die Kommentare der Ärztinnen über die Jahre hinweg waren sehr unterschiedlich: von “Sie stellen sich aber an.” über: “Sie kneifen aber auch zu!” bis hin zu vagen Aussagen wie: “Ja, es ist schon etwas eng da unten bei Ihnen.” oder: “Die Scheidengegend ist gerötet, aber im Abstrich gab es keinen Befund”, und: “na üben sie halt mit Tampons!” war alles dabei.
Weitere Diagnostik wurde mir verwehrt/nicht angeboten. Es wurde mir suggeriert, dass ich einfach wehleidig sei, oder sich das Problem schon auswachsen würde.

Es störte mich in jungen Jahren nicht weiter, dass ich keine Tampons nutzen konnte und nichts in mich einführen konnte. Irgendwann hätte ich dann doch gerne welche benutzt, aber jeder Versuch scheiterte.
Ich dachte immer: “mit meiner Entjungferung wird sich das Problem dann schon lösen!”
Bis eines Tages ‘Mr. Right’ kam und ich merkte, dass sich das Problem nicht so einfach löste!
Schon vor seinem Finger an meinem Scheideneingang zuckte ich zurück.
‘Mr. Right’ ist sofort auf mich eingegangen, er hat diese Grenze akzeptiert. Er hat sich meine Geschichte angehört und mich in den Arm genommen.
Wir hatten dann so ziemlich jede Form von Sexualität ohne Penetration, die man sich vorstellen kann.
Es war schön für uns beide und ich hatte nirgendwo Schmerzen und keine Ängste.

Trotzdem begann ich spätestens im letzten Jahr mich zunehmend ungenügend, unweiblich und sogar minderwertig zu fühlen.

Die Geschichte mit ‘Mr. Right’ ist aber eine andere…sie schein nicht gut zu enden, aber aus anderen Gründen.
(Zumindest hoffe ich, dass es nicht daran liegt, dass für ihn unsere Sexualität nicht erfüllend ist).
Aber ich schweife ab: komme ich wieder zu meinen Beschwerden.

Die letzte Gynäkologin bei der ich war, steckte ihren Finger in mich und sagte: “Naja, Vaginismus wird es wahrscheinlich nicht sein, denn es krampft nichts, wenn ich meinen Finger einführe.
Aber ganz genau kann ich das nach so kurzer Untersuchung nicht sagen. Sie verhalten sich so, wie eine Frau, die in Ihrer Kindheit missbraucht wurde.”
Ich: “Bin ich nicht.”
Gynäkologin: “Manchmal wird das verdrängt und man kann sich nicht daran erinnern.”
Ich: “Nein, ich erinnere mich wirklich an nichts.”
“Was kann ich denn jetzt tun?”
Gynäkologin: “Machen Sie eine Psychotherpie.”
Ich: “Aber ich erinnere mich ja an nichts. Da war bestimmt auch nichts!”
Gynäkologin: “Ja, aber da lernen Sie dann, wie Sie mit Ihrer Sexualität umgehen können.”
(Lässt mich weinend stehen und bietet mir keine weitere Diagnostik/Tipps an).

Nachdem weitere Beraterinnen in psychosozialen Beratungsstellen weiter auf dem Missbrauchsthema rumgeritten sind , (was sich bisher aber nicht bestätigt hat und was für mich nicht sehr naheliegend ist, weil ich jeglichen Sexuellen Kontakt, der nicht mit vaginaler Penetration zusammenhängt genießen kann)
und weitere psychische Belatsungen dazu gekommen sind, bin aktuell ich in eine Depression gerutscht und habe Suizidgedanken.

Meine Recherchen im Internet stießen mich immer wieder auf meine eigene Verdachtsdiagnose Vaginismus, kürzlich aber auch auf die der Vulvodynie, was die Rötung und den brennenden Schmerz am Scheideneingang erklären würde.
Wenn ich das richtig verstanden habe, kann auch beides in Kombination auftreten.

Nur weiß ich nicht mehr, an wen ich mich wenden soll, um es endlich mal abklären zu lassen.
Frauenärzte in Deutschland scheinen mit diesem Thema überfordert zu sein und ich habe kein Vertrauen mehr in sie.

Alle Spezialisten zur Behandlung von Vaginismus und anderen vaginalen Schmerzkrankheiten in Deutschland verlangen eine Menge Geld - was sicherlich berechtigt ist - aber ich bin Studentin und KANN es mir schlichtweg und ergreifend NICHT leisten!

Außerdem finde ich müsste erstmal eine differenzierte Diagnose gestellt werden, sonst lasse ich mich gegen Vulvodynie behandeln und am Ende ist es Vaginismus, oder stecken anatomische Verwachsungen, oder was weiß ich dahinter!

Hat jemand von euch Adressen (und Ratschläge) für mich?
Wer hat eure Diagnosen gestellt, kennt ihr Spezialisten im Ausland?

Wie ihr seht, bin ich ziemlich am Ende.
Ich bin euch über Antworten unendlich dankbar!

Anghjula


#2

Deine Erfahrungen Mit Ärzten und Therapeuten sind sehr heftig.

Vaginismus und Vulvodynie tritt sehr oft gemeinsam auf und Rötungen im Bereich der Vulva können auf Vulvodynie hinweisen.
Ein guter Arzt ist in Mannheim, er ist spezialisiert auf Erkrankungen wie Vulvodynie und kann dir eine Diagnose stellen.

Wegen der Depression ist es aber auch wichtig, dass du dich mit einer Therapeutin sprichst. Es gibt in vielen Städten Pro familiäre oder sozialmedizinische Einrichtungen, die sehr günstig sind oder wo Krankenkassen die Kosten übernehmen.